Nachrichten getagged: Weltfriedensdienst

Brasiliensolidarität – damals und heute

Von , 28. April 2014 16:26

Brasiliensolidarität – damals und heute

Zeitzeug*innen und Akteur*innen im Gespräch

von LUTZ TAUFER

Am 06. April trafen sich in der Werkstatt der Kulturen Menschen aus Deutschland und Brasilien, die sich vor Jahrzehnten in beiden Ländern gegen die Militärdiktatur engagiert hatten. Sie alle waren schon in die Jahre gekommen, teils gesundheitlich angeschlagen. Sie kannten sich aus der damaligen Zeit, teils persönlich, teils dem Namen nach, die Brasiliensolidarität in Deutschland war überschaubar, aber dafür umso wirksamer.  Jetzt begegneten sie sich wieder und berichteten unter der Moderation von Luiz Ramalho, einem der Initiatoren der Nunca Mais Brasilientage.

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Friedensfilmpreis 2014 vergeben!

Von , 14. Februar 2014 23:53

Der Friedensfilmpreis 2014 geht an “We Come As Friends”. Der österreichische Filmemacher Hubert Sauper fliegt mit einem selbstgebauten Kleinflugzeug nach Afrika, ins Epizentrum eines Konfliktes: in den Sudan. Bei jeder seiner vielen Landungen begegnet er Menschen, die Akteure in einer für den Kontinent exemplarischen Situation sind. Was zunächst interventionistisch erscheint wird zu einem wichtigen künstlerischen Mittel, das überraschende Einblicke gewährt. Alle sind Aliens: der amerikanische, evangelikale Pastor, die chinesischen Ölproduzenten und der Filmemacher selbst. Sie treffen lokalen Eliten die auf ausländische Investitionen hoffen. Und auf Sudanesen die unter teils erschreckenden Bedingungen leben. Der Detailreichtum des Films macht neugierig, auch weil der Film zeigt, dass die Fehler der kolonialen Vergangenheit wiederholt werden. Er kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, an dem Afrika von der deutschen Außen-und Sicherheitspolitik wieder entdeckt wird. Die „Freiheit“ wird bald nicht mehr nur am Hindukusch verteidigt, sondern auch jenseits der Sahara. Und damit auch der Zugang zu Rohstoffen: „We Come As Friends“.

Tetra-Pack

Von , 13. Februar 2014 02:59

Gestern habe ich über die tollen Q&A/Nachgespräche auf der Berlinale geschrieben und mir dafür eine, zugegeben, bescheuerte Frage ausgedacht. Dabei hätte ich nur einen Tag warten müssen. Frage aus dem Publikum von „Brides“: „In einer Szene steht ein Tetra-Pack auf dem Tisch. Wollten sie damit den Einfluss Europas auf ihre Kultur thematisieren?“ Antwort der Regisseurin: „Nein“.
Warten sollen hätte ich auch mit meinem Abgesang auf die Berlinale Schlangen (Von roten Teppichen und roten Listen). Es gibt sie noch und sie sind etwas ganz Besonderes. Sie bilden sich ab sechs Uhr morgens vor allen Schaltern hinter denen Tickets zum Verkauf kommen. Besonders lang werden sie in den Potsdamer Arkaden, dem Herz der Berlinale (oder wenigstens ihre Hauptaterie). Gegen sieben Uhr morgens lagen dort schon über fünfzig Cineasten auf der Lauer – als plötzlich Feueralarm ausgelöst wurde. Alle hasteten und flüchteten ins Freie. Es war wohl ein Fehlalarm, denn alle durften nach Kurzem wieder vor die Schalter die das Karten-Glück bedeuten. Und jetzt kommt’s: die Anstehenden sortierten sich wieder in die gleiche Reihenfolge wie vor dem Alarm. So ist es, das Berlinale Publikum. Vielleicht sollten wir ihm den Friedenspreis verleihen?

Anti-Porno-Filme.

Von , 9. Februar 2014 12:54

Die exzessive Zurschaustellung sexueller Handlungen schreckt ab. Die ZuschauerInnen wissen ja, dass auch bei einem Mann in den besten Jahren drei Orgasmen am Stück nicht realistisch sind und dass Frauen durchaus weitergehende erotische Interessen haben, als einen Mann zu befriedigen. Ihnen wird die Sinnlosigkeit von Pornographie klar.
Glauben Sie nicht?
Na dann versuche ich es mal anders: die exzessive Zurschaustellung von brutaler Gewalt schreckt ab. Die Zuschauer wissen, dass bei einem guten Schützen mindestens einer von drei Schüssen trifft und dass im richtigen Leben die Kavallerie leider nicht in allerletzter Sekunde um die Ecke biegt. Ihnen wird die Sinnlosigkeit von Krieg klar.
Glauben Sie auch nicht?
Dann scheint ja etwas falsch zu sein an der Argumentation mit der Filme gerne als Anti-Kriegsfilme apostrophiert werden. Zitat aus dem Berlinale Katalog zum Film „71“: „Der Regisseur Yann Demange entlarvt die Sinnlosigkeit des Krieges, in dem jeder Akt der Gewalt neue Gewalt hervorruft. (…) Dabei löst sich der Film zunehmend vom Konkreten und wird zur universalen Antikriegs-Parabel.“ Krieg mit Happy-End für den Protagonisten? Das klingt mehr nach moralischer Aufrüstung als nach echter Infragestellung des Krieges. Für die wenigsten Soldaten biegt im allerletzten Moment die „Kavallerie“ um die Ecke. Und wer im Film menschliche Regungen zeigt, büßt die mit dem Leben. Da muss doch mehr gehen in Richtung friedliches Zusammenleben! Die Berlinale 2014 ist ja noch am Anfang.

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