Nachrichten getagged: Guinea-Bissau

Imame in Guinea-Bissau ächten Genitalverstümmelung

Von , 6. Februar 2013 01:42

Die „Islamkonferenz zur Ächtung der weiblichen Genitalbeschneidung“ begann mit einem Eklat. Imam Aboubacar Touré ergriff das Wort: „Warum diskutieren wir über weibliche Genitalbeschneidung? Das Thema hat keinerlei Relevanz für Guinea-Bissau. Wir sollten uns mit anderen Verbrechen wie dem Drogenmissbrauch durch Jugendliche beschäftigen Die gleiche Frau, die wir vor der Genitalbeschneidung bewahren wollen, lässt vielleicht später eine Abtreibung vornehmen. Warum reden wir nicht über dieses Verbrechen?“ Weiter lesen 'Imame in Guinea-Bissau ächten Genitalverstümmelung'»

Revolutionäre Volksbefreiungsarmee, Paolo Freire und WFD

Von , 24. September 2012 16:01

Guinea Bissau 1975: Erste Zusammenarbeit mit bewaffneten Gruppen
von BERND LEBER (August 2012)

Während des Befreiungskampfes der damaligen portugiesischen Kolonien hatte man sich im WFD  seit 1973 besonders mit Guinea Bissau und der Unterstützung der Bevölkerung in den „Befreiten Gebieten“ beschäftigt. Dadurch entstanden noch während des Krieges auch Kontakte zur Revolutionären Volksbefreiungsarmee (FARP), die  im Frühjahr 1974 den damaligen Geschäftsführer Peter Sohr als Gast zu einem klandestinen Besuch in die  befreiten Gebiete eingeladen hatten. Peter Sohr ist wurde dann von einer FARP-Kämpfer-Gruppe in langen Fußmärschen mit seiner Frau Gretel in die noch von portugiesischen Kolonialtruppen meist aus der Luft angegriffenen nördlichen Regionen eskortiert -„embedded“ in die FARP, wie man heute zu dieser Konstellation sagen würde. Dieser Besuch fand just zu dem Zeitpunkt statt, als nach Militärputsch und „Nelkenrevolution“ in Portugal die Feindseligkeiten in den Kolonien und damit auch in Guinea Bissau eingestellt wurden. Weiter lesen 'Revolutionäre Volksbefreiungsarmee, Paolo Freire und WFD'»

Erstes Urteil gegen Beschneiderinnen in Guinea-Bissau

Von , 6. Februar 2012 21:42

Das Parlament Guinea-Bissaus hat im Juni 2011 ein Gesetz erlassen, das Genitalverstümmelung unter Strafe stellt. Der lokale Weltfriedensdienst-Partner DJINOPI (zu Deutsch: vorwärts, Leute!) war mit ihrer breiten und beharrlichen Mobilisierung an diesem Erfolg beteiligt. Die Existenz von Gesetzen und ihre Durchsetzung sind in vielen afrikanischen Staaten zwei unterschiedliche Dinge. Als der Präsidentin von DJINOPI, Maria Domingas, eine Beschneidungszeremonie bekannt wurde, zeigte sie die drei Haupttäterinnen an und sorgte so dafür, dass es erstmals zu einem Prozess gegen Beschneiderinnen kam. Weiter lesen 'Erstes Urteil gegen Beschneiderinnen in Guinea-Bissau'»

Auswirkungen der Genitalverstümmelung

Von , 6. November 2011 21:48

Oft wird die genitale Verstümmelung fälschlicherweise mit religiösen Vorschriften begründet. Oft sind es die Großeltern, die die Beschneidung ihrer Enkelinnen fordern, weil die Tradition älter ist als sie selbst. Es ist soziale Realität in vielen ländlichen Regionen, dass unbeschnittene Frauen kaum verheiratet werden können. Damit steht die ökonomische Zukunft der Mädchen und ihrer Familien auf dem Spiel. Männer schieben die Verantwortung für die Verstümmelung in der Regel allein den Frauen zu. Als Brautväter und Bräutigame sind sie jedoch mitverantwortlich für den sozialen Druck, der zur Verstümmelung der Mädchen führt. Weiter lesen 'Auswirkungen der Genitalverstümmelung'»

“Mom ku Mom” – Hand in/mit Hand

Von , 7. April 2011 11:31

 Zusammenarbeit und Versöhnung bewaffneter und unbewaffneter Gruppen

von JASMINA BARCKHAUSEN (veröffentlicht im Querbrief 1/2011)

„Mom ku Mom“ – dieser mehrdeutige Name steht heute in Guinea-Bissau für ein etwas ungewöhnliches Projekt der (inter)nationalen Zusammenarbeit. Die ca. 60 Mitglieder der Partnerorganisation „Djemberem di cumpu Combersa” (DDCC) könnten unterschiedlicher kaum sein. Noch im “Krieg des 7. Juni”, der 1998 die Menschen in Guinea Bissau bis heute traumatisierte (siehe Querbrief 2/2010), versuchten sie sich gegenseitig im Ressourcenkampf auszustechen. Heute geben AusbilderInnen von Militär und Polizei im DDCC ein tatkräftiges Beispiel für vertrauensvolle Zusammenarbeit und Versöhnung. VertreterInnen zivilgesellschaftlicher Organisationen stehen ihnen dabei tatkräftig zur Seite. „Mom ku Mom” könnte auch mit „Handgreiflichkeit” übersetzt werden, oder „eine Hand wäscht die andere” bedeuten, hier ist jedoch das gemeinsame Zupacken gemeint. Die Redewendung beschreibt also ein soziales Übel und verweist gleichzeitig auf Wege aus der ständigen Wiederholung der Gewaltanwendung in sozialen Konflikten.

Die Friedensquelle

Ein handfestes Beispiel dafür hat Mom ku Mom im ehemaligen Konfliktgebiet der Hauptstadt Bissau entstehen lassen: Die Quelle von Brá, an der einst die Frontlinie verlief, wurde vergangenes Jahr in „Fonti di Paz“ umbenannt und von Militärangehörigen neu eingefasst. Den Gefallenen aller Kriegsparteien und den zivilen Opfern wurde damit ebenso ein Denkmal gesetzt, wie dem Leben und der Gesundheit zukünftiger Generationen. Immerhin soll die Quelle die Wasserversorgung für drei angrenzende Stadtteile sichern. Mit der „Friedensquelle” sollten Worte der Versöhnung durch konkrete Handlungen unterstrichen werden.

Militärische Einheiten sind hier die Orte, an denen die Nation entsteht

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Projekthintergrund

Von , 6. Februar 2011 21:50

Weltweit sind 145 Millionen Frauen und Mädchen betroffen

Die Praxis der weibli­chen Beschneidung oder Genitalverstümmelung1  (englisch: Female Genital Mutilation, FGM; Portugiesisch Mutilação  Genital Feminina, MGF) ist in 28 afrikanischen Ländern, sowie in einigen  Gesell­schaften der arabischen Halbinsel und Asiens ver­breitet. Mit  zunehmender Migration wird sie jedoch in den letzten Jahren vermehrt  auch wieder in westlichen Ländern wie USA, Kanada und ei­nigen Staaten  Westeuropas praktiziert. Nach übereinstimmenden Schätzungen der WHO und  anderer mit der Thematik befasster UN-Organisationen sind von FGM  weltweit ca. 145 Millionen Frauen und Mädchen betrof­fen, bei leicht  steigender Tendenz.

Die Situation in Guinea-Bissau  Es gibt keine zuverlässige Statistik zur Genitalverstümmelung in  Guinea-Bissau. Die UNICEF schätzt, dass heute etwa 300.000 Frauen  betroffen sind und 80.000 Mädchen praktisch aller Altersgruppen als  gefährdet gelten.  Das Parlament von Guinea-Bissau lehnte 1995 einen Gesetzentwurf gegen  FGM ab. Im Jahr 2009 gab es eine heftige öffentliche Debatte um ein  mögliches Gesetz gegen FGM. Der Vorsitzende der Nationalen Islamischen  Kommission trat dabei als Befürworter und der Präsident der  bissau-guinéischen Liga für Menschenrechte als Gegner der Praxis auf. Weiter lesen 'Projekthintergrund'»

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