Nachrichten getagged: Friedensfilmpreis

Berlinale: Friedensfilmpreis 2016 an Makhdoumin

Von , 20. Februar 2016 03:53

Der 31. Friedensfilmpreis bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin geht an:

Makhdoumin, 2016, 67‘, von Maher Abi Samra
Libanon, Frankreich, Norwegen, Vereinigte Arabische Emirate

Der Film öffnet die Türen zu einer Agentur, die im Libanon weibliche Hausangestellte vom internationalen Markt vermittelt. Ein Film, der zeigt, wie Menschen als Ware gehandelt werden. Er schärft auf subtile Weise den Blick für ein System der Entrechtung, in dem Frauen rund um die Uhr folgsam und unsichtbar ihren Dienst verrichten müssen. Makhdoumin mahnt, ein System in Frage zu stellen, das den einen Vorteile bringt, während es anderen ihre Würde und Freiheit nimmt.

Verleihung des 31. Friedensfilmpreises am 21.2.2016, 17 Uhr im Hackesche Höfe Kino, Berlin

Weltpremiere im Wohnzimmer

Von , 18. Februar 2016 19:33

Wohnzimmer-Zint-TVIch bin auf Wolke x. Es hat geklappt! Ich habe „The Revolution Won’t be Televised“ gesehen. In meinem Wohnzimmer in Berlin-Kreuzberg. Als Weltpremiere. Aus der Wolke. Wie das? Alle Berlinale Filme sind in eine Cloud (Wolke), einen virtuellen Internetspeicher, geladen. Von dort kann sie derjenige abrufen, der die Zugangsdaten hat. Und Agent181251 hat sie sich beschafft. Gewaltfrei und ganz legal. Dieser Zugang zur Wolke ist leider zeitlich begrenzt – so konnte ich niemanden mehr einladen und musste ganz alleine mit den westafrikanischen Revolutionären zittern, hoffen und mich abschließend alleine freuen. Über einen bewegenden Film über eine schwungvolle Bewegung, die diesen Namen verdient. Und über einen großen Moment in meinem Wohnzimmer, das schon einige erlebt hat!

Als Agent doch nicht …

Von , 16. Februar 2016 19:21

Kleiner Stopp vor dem Einbiegen in die Zielgerade – ich bekomme auch als Agent 181251 keine Karte für einen hoch gehandelten Film: „The Revolution Won‘t be Televised“. Er hat Mittwoch Abend bei der Berlinale Weltpremiere. In (West-) Afrika begehren junge Menschen in neuer Weise gegen die Herrschenden auf – mit Musik und einer speziellen Jugendkultur des „Wir haben die Schnauze voll“. In Senegal haben sie demokratischen Wandel bewirkt (zumindest was den Namen des Präsidenten betrifft). In Burkina Faso musste der Präsident seinen ganz persönlichen Traum von der lebenslangen Regierungsführung unter dem Druck von Kochlöffelgetrommel und Popmusik aufgeben. Die Filmemacher waren in Senegal ganz nah dran und haben ein vielversprechendes Filmdokument geschaffen. Das werde ich mir nicht entgehen lassen. Agenten haben so ihre Mittel – ich überlege noch ob ich mich als Produzent des Filmes ausgebe, als Brandschutzinspektor oder ob ich mich mit einer Papptafel vors Kino stelle: „Karten gesucht“. Oder … pssst … morgen mehr – wenn es geklappt hat!

Ein Friedensfilm? Oder ein Friedensfilm?

Von , 15. Februar 2016 19:30

Anfangs bin ich davon ausgegangen, dass es um die Suche nach einem Friedensfilm auf der Berlinale geht. Weit gefehlt. Es geht um die Suche nach dem Friedensfilm. Die Berlinale ist politischer geworden und die Filmindustrie tagesaktueller. Die Sektionskataloge von Forum und Panorama (zwei Programmgruppen) lesen sich fast wie die Tageszeitung. Und es wimmelt geradezu vor potentiellen Friedensfilmen. Die Flüchtlingskrise wird in mehreren Produktionen aufgegriffen. Der hier schon thematisierte Film „Havarie“ zeigt die Gleichzeitigkeit von Luxus und Elend – und die unendliche Entfernung, die zwischen diesen Lebenswelten liegt. Mit dem Handyvideo eines Kreuzfahrttouristen, der ein Flüchtlingsboot filmt. „Meteorstraße“ befasst sich mit der Phase nach gelungener Flucht, dem Einfinden in eine neue Welt. Auch klassische Antikriegsfilme dürfen nicht fehlen. „Dieser Krieg hier macht uns alle zu Insekten, die ums Überleben kämpfen.“ Das schreibt ein Militärarzt aus Angola an seine geliebte Frau in Portugal in “Letters from War”. Kurz, die Entscheidung über den ultimativen Friedensfilm wird schwierig. Agent 181251 bleibt dran, wenn die Berlinale in die Zielgerade geht.

Make Food not War

Von , 14. Februar 2016 20:26

Heute ist Valentinstag und deshalb erlaubt sich Agent181251 einen Exkurs. Er erinnert an das Alt 68er Motto „Make Love not War“, „liebt euch und bekriegt euch nicht“.

Essen ist bekanntlich der Sex des Alters und deshalb ist der Slogan einer Imbissbude der Berlinale Slow Food Meile am Potsdamer Platz sehr zeitgemäß.

Oder um es mit den Worten des Weltfriedensdienstes zu sagen: „Nahrung braucht Frieden“ und „Frieden braucht Nahrung“. Gute Filme nähren den Frieden.

Von Schlangen und Phantombildern und dem Recht auf Glück

Von , 11. Februar 2016 10:20

Wenn über 3.000 akkreditierte Journalisten, PR-Agenten und sonstige Medienvertreter erst 24 Stunden vor Beginn der Berlinale ihre Akkreditierung abholen dürfen, dann entstehen Schlangen am Ausgabeschalter. Und Schlange stehen gehört nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen von Medienmachern. „Hinten anstellen“ schon gar nicht. Ich habe selten eine so bewegte Warteschlange gesehen. Es war eher ein Kreistanz. Wer gerade noch vorne war schaute plötzlich auf Rücken die eben noch nicht da waren – das wurde zwar lautstark moniert … aber eine gewisse Anerkennung für den Coup klang mit. Die Stimmung blieb heiter. Schon vor der Eröffnung scheint das heimliche Berlinale Motto vom „Recht auf Glück“, das Festivaldirektor Dieter Kosslick im Interview mit radioeins proklamierte, die BesucherInnen zu beseelen.

Meinem Ziel, den Friedensfilm zu finden, bin ich bis jetzt nur unwesentlich näher gekommen. Immerhin habe ich jetzt meinen Agentenausweis. Aber mir fehlt noch ein Steckbrief. Leider weiß niemand so genau wie der Friedensfilm aussieht. Da versuche ich es zunächst mal mit einem Phantombild. Karl May schreibt 1909 in seinem Roman „Ardistan“: „Wenn der Krieg eine eiserne Hand hat, dann braucht der Frieden eine stählerne Faust“. Interessanter Ansatz. Ich werde verstärkt auf stählerne Fäuste achten. Und bin allen LeserInnen dankbar für Hinweise, die mein Phantombild vervollständigen.

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