Nachrichten getagged: Frieden

Weltpremiere im Wohnzimmer

Von , 18. Februar 2016 19:33

Wohnzimmer-Zint-TVIch bin auf Wolke x. Es hat geklappt! Ich habe „The Revolution Won’t be Televised“ gesehen. In meinem Wohnzimmer in Berlin-Kreuzberg. Als Weltpremiere. Aus der Wolke. Wie das? Alle Berlinale Filme sind in eine Cloud (Wolke), einen virtuellen Internetspeicher, geladen. Von dort kann sie derjenige abrufen, der die Zugangsdaten hat. Und Agent181251 hat sie sich beschafft. Gewaltfrei und ganz legal. Dieser Zugang zur Wolke ist leider zeitlich begrenzt – so konnte ich niemanden mehr einladen und musste ganz alleine mit den westafrikanischen Revolutionären zittern, hoffen und mich abschließend alleine freuen. Über einen bewegenden Film über eine schwungvolle Bewegung, die diesen Namen verdient. Und über einen großen Moment in meinem Wohnzimmer, das schon einige erlebt hat!

Ein Friedensfilm? Oder ein Friedensfilm?

Von , 15. Februar 2016 19:30

Anfangs bin ich davon ausgegangen, dass es um die Suche nach einem Friedensfilm auf der Berlinale geht. Weit gefehlt. Es geht um die Suche nach dem Friedensfilm. Die Berlinale ist politischer geworden und die Filmindustrie tagesaktueller. Die Sektionskataloge von Forum und Panorama (zwei Programmgruppen) lesen sich fast wie die Tageszeitung. Und es wimmelt geradezu vor potentiellen Friedensfilmen. Die Flüchtlingskrise wird in mehreren Produktionen aufgegriffen. Der hier schon thematisierte Film „Havarie“ zeigt die Gleichzeitigkeit von Luxus und Elend – und die unendliche Entfernung, die zwischen diesen Lebenswelten liegt. Mit dem Handyvideo eines Kreuzfahrttouristen, der ein Flüchtlingsboot filmt. „Meteorstraße“ befasst sich mit der Phase nach gelungener Flucht, dem Einfinden in eine neue Welt. Auch klassische Antikriegsfilme dürfen nicht fehlen. „Dieser Krieg hier macht uns alle zu Insekten, die ums Überleben kämpfen.“ Das schreibt ein Militärarzt aus Angola an seine geliebte Frau in Portugal in “Letters from War”. Kurz, die Entscheidung über den ultimativen Friedensfilm wird schwierig. Agent 181251 bleibt dran, wenn die Berlinale in die Zielgerade geht.

Make Food not War

Von , 14. Februar 2016 20:26

Heute ist Valentinstag und deshalb erlaubt sich Agent181251 einen Exkurs. Er erinnert an das Alt 68er Motto „Make Love not War“, „liebt euch und bekriegt euch nicht“.

Essen ist bekanntlich der Sex des Alters und deshalb ist der Slogan einer Imbissbude der Berlinale Slow Food Meile am Potsdamer Platz sehr zeitgemäß.

Oder um es mit den Worten des Weltfriedensdienstes zu sagen: „Nahrung braucht Frieden“ und „Frieden braucht Nahrung“. Gute Filme nähren den Frieden.

Wer bin ich?

Von , 13. Februar 2016 20:13

Agent181251 ist ein Einzelkämpfer, ein Steppenwolf, der die Herde der Berlinale Besucher belauert. Er achtet auf Spuren, die ihn der Erfüllung seines Auftrages näher bringen. Noch hat das Festival keine Struktur. Die bildet sich erst in den nächsten Tagen heraus. Sie ist z.B. zu erkennen, wenn an Kinoeingängen hoffnungsvolle Cineasten stehen, in den Händen kleine Pappschilder. Drauf steht „Karte gesucht“, oder in der optimistischeren Fassung: „Karten gesucht“. Dann weiß der erfahrene Festivalbesucher: hier hat Flüsterpropaganda einen Favoriten ausgemacht. Man sollte tunlichst auch nach einer Karte dafür suchen. Leider gibt es bei dieser Methode eine negative Korrelation mit dem Auftrag für Agent 181251. Tendenziell hat ein Film mehr Chancen, Kultstatus zu bekommen, je brutaler er ist. Wie ein südhessischer Freund im Kommentar schreibt: „Frieden möchte jeder haben, aber keinen Film darüber sehen“. Und klammheimlich genießt auch Agent 181251 Til Schweiger Tatorte oder Filme von Quentin Tarantino. Pfui! Das bin ich nicht – das hat die Berlinale aus mir gemacht. Zum Friedensfilm ist noch ein weiter Weg!

Wie wird es diesmal?

Von , 4. Februar 2015 02:37

Wie wird es diesmal? Die Frage stelle ich mir, etwas bang, vor meiner dritten „Amtszeit“ als Friedensfilmpreisjuror. Kurzfristig habe ich ausnahmsweise keinen Berlinale Besuch im Haus. Der gemeinsame Tagesausklang und die Inspiration beim Frühstück werden mir fehlen – dafür komme ich früher ins Bett, vielleicht. Berlinale Nächte tendieren zur Uferlosigkeit, zumindest die erste und die letzte. Mehr noch kreisen meine Gedanken aber um die bange Frage: was werden mir die FilmemacherInnen zumuten? Die Welt kann ebenso schön wie unendlich grauenhaft sein. Ein Festival wie die Berlinale darf davor nicht die Augen schließen. Aber manche Filme haben mir schon mehr Schlaf geraubt als die Partys. Im vergangenen Jahr war das „The Act of Killing“. Ein notwendiger aber grenzwertiger Film über die Abgründe menschlicher Grausamkeit. Unberührt sollte mich kein Film lassen, er sollte mir aber auch die Chance geben, Distanz zu bewahren. Das klingt ein bisschen wie „Wasch mich, aber mach mich nicht nass!“ Aber so ist Kino. Irgendwann geht das Licht wieder an. Und ich in den nächsten Film.

WFD-Kompass: Zusammenarbeit mit bewaffneten Gruppen

Von , 14. November 2012 12:22

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