Deine Stimme zum Tod von Nelson Rohlihlaha Mandela

Von , 6. Dezember 2013 15:23

Wir trauern um eine große Persönlichkeit, deren Wirken vielfältigen Einfluss auf die Arbeit des Weltfriedensdienstes hatte. Der Weltfriedensdienst und seine Mitglieder waren stark engagiert bei der Überwindung des südafrikanischen Apartheitsystems und im Kampf gegen Rassismus auch hier in Deutschland. Insoweit verfolgten wir die gleichen Ziele. Aber ohne einen Menschen wie Nelson Mandela wären wir noch lange nicht so weit. Um diesen großen Menschen zu würdigen, bitten wir euch, eure Gefühle, Befürchtungen und Hoffnungen beim Denken an Nelson Mandela zu teilen.

Bitte schickt eine E-Mail mit euren Worten zu Mandelas Tod an zint@wfd.de, wir publizieren den Beitrag auf der WFD-Projekte Seite. Noch einfacher geht es, wenn ihr direkt die Antwortfunktion unseres Blogs nutzt.

Es grüßt euch herzlich Georg Rohde, Geschäftsführer

19 Antworten für “Deine Stimme zum Tod von Nelson Rohlihlaha Mandela”

  1. Die Friedensbewegung trauert und dankt. Weil er das Apartheid-Regime Südafrikas bekämpfte, musste Nelson Mandela siebenundzwanzig Jahre seines Lebens hinter Gittern verbringen. Auch eingekerkert war er nicht machtlos. Mandela war nicht auf Vergeltung und Rache aus. Er hatte die Größe, den Vertretern des alten Regimes die Hand zu reichen. Er war vom Geist der Versöhnung beseelt. Menschliche Güte und politische Großzügigkeit zeichneten ihn aus, sein Freiheitswillen gab und gibt den Geächteten dieser Welt Kraft. Die Friedensbewegung trauert und dankt. Wir stehen tief in seiner Schuld.
    Ulrike von Wiesenau, Frauen für den Frieden, NGO.

  2. Peter Schrage-Aden sagt:

    Mein Kommentar im Tagesspiegel zum Streit um die Namensgebung:

    Ich finde beide Vorschläge gut. Nur sollten wir nicht zwei, die zu ehren sind, gegeneinander stellen.
    Für Nelson Mandela brauchen wir einen Platz der urban ist, einlädt zum Verweilen und auf dem sich Menschen treffen, verabreden, sich verbünden, feiern und protestieren. Ein Platz, der Leben ausstrahlt, beschattet im Sommer, windgeschützt im Winter. Ob der Schloßvorplatz so ein Platz wird, hoffe ich unabhängig von der Namensgebung. Gibt es noch einen anderen Platz, der dieses zu bieten hat? Und dessen Name zur Disposition steht? wie wäre es den, wenn die Nachfahren von Samuel Maherero (und die anderen vom Deutschen Reich kolonisierten) in einem Teil des Humboldtforum ihre Sicht der Geschichte darstellen können und draußen auf dem Mandela Platz ein Denkmal zum Verweilen einlädt, das die Versöhnung der Kontinente zum Inhalt hat. Als Ergebnis eines internationalen Wettbewerbes.

  3. Helge sagt:

    Tonight I watched a lot of film and through pain and grief I found comfort in the idea that his values, his actions, his achievements, even his joy for life will live on. When I finally went to sleep there was no longer the feeling of emptiness but of enrichment. The day he died I spent on the wedding of one of my best friends. He and his wife will have a baby in spring. A good day to remember.

    http://www.wfd-projekte.de/sometimes-it-is-not-just-sports/

  4. Ulrich Frey sagt:

    Wieder einmal hat ein Mensch für die ganze Menschheit erwiesen, dass wir Gewalt durch hartnäckige Anstrengungen für Ausgleich und Versöhnung überwinden können.

  5. Anna Spiske sagt:

    Nelson Mandelas eigene Worte sprechen für sich:
    “…for with freedom comes responsibilities, and I dare not linger, for my long walk is not ended.”

  6. Marianne Gysae-Edkins sagt:

    Nelson Mandela hat mich schon als Jugendliche inspiriert, mich in der Anti Apartheid Bewegung zu engagieren. Ich empfinde es als eine grosse Ehre, dass ich im gleichen Zeitraum wie Mandela jahrelang hier im südlichen Afrika leben und arbeiten durfte und ihn noch als lebenden Mitmenschen erlebt habe . Und jetzt versammeln wir uns wieder hier auf der Grand Parade, vor dem Rathaus in Kapstadt, wo Mandela seine erste öffentliche Ansprache nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft gehalten hat. Aber diesmal nehmen wir, gemeinsam mit tausend anderen Mitbürgern, Abschied. Nelson Mandela ist uns immer ein Vorbild geblieben und wird es weiterhin bleiben.

    “Overcoming poverty is not a gesture of charity. It is an act of justice. It is the protection of a fundamental human right, the right to dignity and a decent life. While poverty persists, there is no true freedom.” – Nelson Mandela

  7. Arndt Brodkorb (aktuell: WFD Guinea - Projekt ARSAMA) sagt:

    Eher zufällig landete ich 1988 im Wembley Stadion auf dem Solidaritätsfestival zu Mandelas 70ten. Irgendwie stand ich in der Mitte des Platzes, um mich herum Menschen, viele in meinem Alter, und irgendwie sog ich alles auf, außer vielleicht der mittelprächtigen Musik. Auch damals schon eine gewaltige Inszenierung.

    Es gibt ja diese Idee der einsamen Insel und der Frage nach drei Gegenständen, die man unbedingt dorthin mitnehmen sollte. Eines dieser Gegenstände würde ich ihm gerne zusammenstellen; ein zeitloses Musik-Tape für eine zeitlose Reise, komplex und reich, wie sein eigenes Leben.

    1. Aspiration – Lonnie Liston Smith
    2. Tune up – Pleasure
    3. Drizzling rain – Masambumi Kikuchi & Gil Evans
    4. Minawa – Hugh Masekela
    5. Like a lover (O cantador) – Mark Murphy
    6. Free your mind – Newban
    7. Universal Prisoner – Eddie Harris & Les McCann
    8. Dindi – Willie Bobo
    9. Yellow carcass in the blue – Kimiko Kasai
    10. Charlie (O Mama) – Miriam Makeba
    11. The first time ever I saw your face – Roberta Flack

    Like a bend at the river.

  8. Dr. Gisela Führing sagt:

    Hoffnung kann die Welt verändern – das ist nicht nur im Kopf, sondern auch eine wichtige Handlungsoption, die Nelson Mandela uns aufgegeben hat. Ich bin dankbar für diese positive reale Vision!

  9. Frank Lehmann sagt:

    Mandela war für mich einer der wenigen Politiker der Welt, der eine wahrhaft menschliche Persönlichkeit war – ganz in einer Reihe mit Gandhi! Frank Lehmann

  10. Werner Würtele sagt:

    Nelson Mandela tot? Nein, der große Streiter gegen die Apartheid wird auch in Zukunft für uns Vorbild für den Kampf gegen jede Art von Diskriminierung und für mehr Gerechtigkeit in der Welt sein…
    Werner Würtele, z.Zt. Puerto Varas, Chile

  11. Eva Quistorp sagt:

    Mandela war mit vielen seiner Mitstreiterinnen ein Licht in dieser Welt und wird es hoffentlich für viele Generationen bleiben,ähnlich wie Ghandhi und MLKing und Rosa Parks,Sein Leben sollte in alle Geschichtsbücher der Welt eingehen und Filme über sein Leben sollten wichtiger werden als die Gewaltschinken,die unsere Fernsehkanäle selbst zu Weihnachten und Ostern bombardieren und sollten die internet hass seiten aller Arten auslöschen helfen,Ich bin dem Weltkichenrat und vielen Solidaritätsinitiativen dankbar, die mich in die Anti apartheidbewegung hineingezogen haben seit Ende der 60ger Jahre,der civil rights Bewegung in den USA , dem Früchteboykott der evangelischen Frauenarbeit,dem WFD und vielen Gewerkschaften, die Solidarität mit den sozialen Kämpfen in Südafrika organisiert haben bis zu kritischen Aktionären, Ich wurde 1972 vom ANC, als ich beim Weltkrichenrat in Genf war, angeworben,doch ich hatte Angst,in einem brutalen Gefängnis zu landen oder ermordet zu werden.Als Studentin und als Religionslehrerin, dann als Mitgründerin der Grünen und als Europaabgeordnete habe ich die Frauen der Anti apartheidbewegung in Südafrika nie vergessen,einige Mütter von Sharpeville und aus Soweto habe ich in Bonn getroffen und dann 1992 bei seinem ersten Europabesuch Mandela selbst,was mich sprachlos machte,ein denkwürdiger Zufall.Ich durfte Wahlbeobachterin für das Europaparlament im APril 1994 in Johannisburg sein,wo ich Mandela im Stadium in Soweto reden hören und erleben durfte und hunderttausend seiner MItstreiterinnen,Sein erstes Wort war gegen Rache und Gewalt und Chaos gerichtet, er hatte Mut auch seinen eigenen LEuten gegenüber,er war grosszügig und weitsichtig,prinzipientreu und gleichzeitig pragmatisch geworden und hat einen BÜrgerkrieg verhindert,sein Land auf den Weg der Versöhnung und Kooperation gebracht ,Humor im Streit um die Wahrheit und menschliche Wärme nie neben dem SInn für Gerechtigkeit vergessen ,das ist nur wenigen von uns in sozialen Bewegungen und Freiheitsbewegungen gelungen in den letzten Jahrzehnten.Von seiner Bescheidenheit sollten alle Wissenschaftler,Kirchen und MEdienleute und alle, die politisch tätig sind lernen,uns wenigstens davon anregen lassen,seine grosse Liebe und Geduld weiterleben lassen,der Korruption sowohl der Macht wie der Ohnmacht widerstehen und Trost spenden den Verzweifelten und GEdemütigten,im Kampf gegen das Böse nicht verbittern..So viel Dankeshymnen wären auf ihn und viele seiner gerade auch der unbekannten MItstreiterinnen zu singen..Möge er wie Tutu und ihre Frauen uns ein Licht sein in den Finsternissen dieser Welt

    Eva Quistorp, Mitgründerin der Frauen für Frieden,der Grünen der Boellstiftung und von attac

    • Frank Heinke sagt:

      “The greatest glory in living lies not in ever falling
      but in rising every time we fall.”

      Nelson Mandela

      Let us live in the spirit of Nelson Mandela and keep on in fighting for peace, justice and truth! Frank

  12. Folker Thamm sagt:

    Gedanken zu Nelson Mandela
    Gestern Nacht erfuhr ich vom Tode von Nelson Mandela und viele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Zunächst: unglaublich, wie diese Persönlichkeit so viele Jahre im Gefängnis auf Robben Island verbracht hat und dann bei seiner Entlassung keine Rachegelüste verspürt und die Hand zur Versöhnung ausstreckt. Es ist eine Haltung, die ich als zutiefst christlich interpretiere, wohl wissend dass ich viele Christen so nicht verhalten. Paulus fasste ja das Leben und die Botschaft von Jesus Christus mit den folgenden Worten zusammen: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Rm 12, 21). Diese Grundhaltung verkörperte Nelson Mandela, als er aus dem Gefängnis entlassen wurde und zum Präsidenten des neuen Südafrika gewählt wurde.

    Ja, in den 1960er, 70er und 80er Jahren symbolisierte die Politik der Apartheid so etwas wie das „Böse“ als politisches System. Nach den Erfahrungen in der Nazi-Zeit in Deutschland mit dem menschenverachtenden Rassismus hatten wir große Schwierigkeiten, die Argumentation der Befürworter der Apartheid zu verstehen.
    Während meiner Studienzeit in Tübingen begannen wir uns intensiv mit den Problemen in Südafrika zu beschäftigen. Es ging zunächst um Dr. Neville Alexander, der bei Walter Jens als bis dahin jüngster Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung Germanistik studiert und über Gerhard Hauptmann (!) promoviert hatte. Das hatte mich sehr beeindruckt. Als er 1961 nach Afrika zurückgekehrt war, engagierte er sich an der Seite von Nelson Mandela in der Freiheitsbewegung und wurde 1964 verhaftet. Wir organisierten in Tübingen einen Solidaritätsfond, um den besten Rechtsanwalt in Südafrika bezahlen zu können. So konnte Dr. Alexander vor der Todesstrafe bewahrt werden. Er saß in der Gefängnisinsel Robben Island zusammen mit Nelson Mandela, der zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt war.
    Seitdem verfolgte ich das Schicksal beider Männer und der südafrikanischen Bevölkerung innerhalb des Apartheidregimes.
    Wir waren fasziniert von dem Projekt von Dr. Alexander, die „Universität von Robben Island“ zu gründen und bewunderten irgendwie auch die Leitung des Gefängnisses, dieses zuzulassen. Viele Inhaftierte nutzten diese Zeit zu wissenschaftlicher Ausbildung. Während Dr. Alexander 1974 nach 10jähriger Haft entlassen wurde und dann eine ganz wichtige Persönlichkeit im deutsch-südafrikanischen Kultur- und Wissenschaftsaustausches wurde, musste Nelson Mandela 26 Jahre bis zu seiner Freilassung 1990 im Gefängnis leben.

    Ich erinnere mich noch an eine Veranstaltung, zu der ich 1974 eingeladen war. Die fand auf Einladung des dortigen Pastors in Bad Bevensen statt. In einer Podiumsdiskussion mit dem südafrikanischen Generalkonsul aus Hamburg, sollte ich die Kritik an der Apartheid-Politik vorbringen. Ich forderte damals die Freilassung von Nelson Mandela. Wenn man ihn zum Präsidenten einer neuen demokratischen Republik Südafrika wählen würde, gäbe es eine Chance, den Bürgerkrieg zu verhindern. Es war eine sehr lebendige Diskussion auch mit den Besuchern der Veranstaltung. Gefragt wurde nach einer realistischen Perspektive, das Regime der Apartheid zu überwinden und damit auch die bewaffneten Aktionen der im Untergrund kämpfenden ANC-Mitglieder.
    In meiner Zeit als Leiter der Ev.Erwachsenenbildung-Niedersachsen gründete ich eine Arbeitsstelle, die sich mit entwicklungspolitischen Fragen befasste. Unsere Mitarbeiterin Johanna Linz organisierte die Aktion „Kauft keine Früchte der Apartheid“, die auf dem Wochenmarkt in Hannover regelmäßig stattfand und für die Freilassung von Nelson Mandela warb.
    Wir befassten uns auch mit der Frage, ob bewaffneter Widerstand gegen das Apartheid-Regime sinnvoll und politisch und auch moralisch verantwortbar sei. Ich war grundsätzlich skeptisch gegenüber bewaffneten Aktionen, weil sie immer mit zunehmender Repression der Herrschenden beantwortet wird und dadurch immer neues Leid auslöst. Im Sinne von Theodor Ebert, der in den 1960er Jahren mit seiner wissenschaftlichen Arbeit des „gewaltfreien Widerstandes“ begann und intensiv von uns diskutiert wurde, bewertete ich den gewaltsamen Widerstand des ANC und die Unterstützung desselben als falsch. So war meine Meinung zu Nelson Mandela auch irgendwie gespalten. Er war ja ursprünglich ein bekennender Vertreter des Gewaltverzichts. Aber dann geschah 1960 das Massaker von Sharpeville, wo unzählige unbewaffnete Demonstranten von der Polizei erschossen wurden. Das führte im ANC zu einer Empörung und Radikalisierung. Auch Nelson Mandela, der so viele Repression erfahren hatte, wurde Führer des bewaffneten Flügels des ANC und ging in den Untergrund.

    Wie wäre die Geschichte Südafrikas verlaufen, wenn der Widerstand gegen das Apartheid-Regime konsequent gewaltfrei verlaufen wäre, habe ich mich immer gefragt. Wir erinnern uns, dass zeitlich parallel zu den Aktionen in Südafrika Martin Luther King in den USA ziemlich erfolgreich den gewaltfreien Widerstand organisierte. Aber sein Leben wurde durch ein Attentat frühzeitig beendet. Aber wie hätte das US-amerikanische weiße Establishment auf bewaffnete Aktionen aus dem Untergrund reagiert?

    Als Nelson Mandela 1990 aus dem Gefängnis entlassen wurde, wählte der ANC ihn 1991 einstimmig zum Präsidenten. 1994 gewann der ANC die ersten demokratischen Wahlen Südafrikas und Nelson Mandela wurde zum ersten schwarzen Präsident des Landes gewählt. Zuvor hatte er 1993 mit Frederik de Clerk, seinem Vorgänger im Amt des Staatspräsidenten, den Friedensnobelpreis erhalten. Wir begleiteten diesen Prozess mit freudigen und hoffnungsvollen Gefühlen, was die Zukunft Südafrikas betraf. Aber ich machte mir keinerlei Illusionen, dass der Weg zu einem innerlich befriedeten und wirtschaftlich erfolgreichen Südafrika noch weit, sehr weit sein wird.
    Unser Kirchenkreis in Hannover pflegte eine Partnerschaft mit „schwarzen“ Gemeinden aus einem Kirchenkreis in Eshowe bei Durban. So waren wir immer gut informiert.

    Am 27.August 2012 starb Dr. Neville Alexander, nun ist am 5. Dezember 2013 Nelson Mandela gestorben. Beide haben sich nach Unterdrückung, Verfolgung und langjährigen Gefängnisstrafen für eine Politik der Aussöhnung und der Verständigung zwischen den Menschen ausgesprochen und diese auch gelebt. Die „Wahrheitskommission“ war ein Versucht, der sozial und kulturell gespaltenen und tief verletzten Gesellschaft eine neue Perspektive zu ermöglichen. Dieser Weg ist wichtig und sollte weiter begleitet und unterstützt werden. Und die politische Elite Südafrikas sollte Nelson Mandela nicht nur bewundern, sondern ihn sich auch zum Vorbild nehmen. Ich habe den Eindruck, dass das zu wenig geschieht.

    Folker Thamm, seit 1967 mit dem Weltfriedensdienst verbunden
    Holscherstr.21, 30161 Hannover Tel. 0511-8984506 E-Mail: mf.thamm@yahoo.de

    -verfasst am 06.12.2013 auf Anfrage von Weltfriedensdienst, Berlin-

  13. Heiner Bredt sagt:

    Als Jugendlicher trug ich die “Free-Mandela!”-Plakette und sein Kampf hat mich mein Leben lang inspiriert. Ich kenne keinen anderen Politiker, den ich so schätze! Er zeigte, dass Kampf und Versöhnung kein Gegensatz sein muss. Mandela war und ist ein Geschenk für unsere Welt! Nutzen wir es…

  14. Peter-Schrage Aden sagt:

    Nelson Mandela! 67 Wege zum Verändern der Welt

    Die Welt trauert um einen der wichtigsten Hoffnungsträger der letzten Jahrzehnte. Nelson Mandela hat bei allem Leid, das ihm zugefügt wurde, nie seine Güte und die Hoffnung auf eine Veränderung zum Guten verloren.

    Sein Tod könnte für zwei Dinge Ansporn sein.
    Der Internationale Nelson-Mandela-Tag ist ein Gedenktag, der auf Initiative der Vereinten Nationen 2009 deklariert wurde und zum humanitären Verhalten anregen soll. Er wird am 18. Juli, seinem Geburtstag, in vielen Ländern begangen. Nelson hat 67 Jahre für ein bessere Zukunft nicht nur der Menschen in Südafrika gearbeitet. Deshalb ist die Losung am 18. Juli: 67 Minuten für die Gemeinschaft arbeiten. Es wäre ein schönes Zeichen internationaler Solidarität, wenn diese Idee auch bei uns Wurzeln schlagen könnte.

    Was mir anlässlich des Todes von Nelson Mandela noch einfällt? Europa hat Afrika 400 Jahre kolonisiert. Unsere Vorfahren haben Millionen Sklaven verschleppt und Afrika 1885 unter sich aufgeteilt. Die Apartheid Südafrikas, gegen die Mandela sein Leben lang angekämpft und zum Schluß überwunden hat, ist eine europäische Idee und von Europäern durchgesetzt. Das kann man nicht wieder gut machen. Aber man könnte sich dafür einfach einmal entschuldigen. Die Australier haben sich am 13.
    Februar 2008 kollektiv bei den Ureinwohnern für das Leid, das ihnen angetan wurde, entschuldigt. Das hat Australien positiv verändert.

    Eine Entschuldigung kostet nichts, ist aber so schwer auszusprechen.
    Sie kostet Überwindung. Mendela hat uns gelehrt, das man Wut und Hass überwinden kann. Ich spreche hier nicht von der Schuld einzelner Länder in konkreten Dingen. Europa als Kontinent der Weißen hat sich gegenüber Afrika schuldig gemacht, jedes Land nach seinen Möglichkeiten, und wurde erst 1991 in seine Schranken verwiesen.

    Ich fände es ein spanendes Projekt für das neue Europäische Parlament, einen solchen Akt der Demut vor der eigenen Geschichte auf den Weg zu bringen und vielleicht am 18 Juli 2014 zu vollziehen.

    Wünscht sich

    Peter Schrage-Aden
    von 1983-87 Entwicklungshelfer im südlichen Afrika

    Am 30. Januar 2014 kommt der Film “der lange Weg zur Freiheit” die Verfilmung von Mendelas Biographie in die Kinos.

  15. Ursula Reich sagt:

    Nach 27 Jahren aus einem schrecklichen Gefängnis zu kommen und davon überzeugt zu sein, dass Versöhnung der einzige Weg ist für eine Veränderung….Das dürfen wir nie vergessen.
    Seid gegrüßt
    Ursula Reich

  16. Martin Zint sagt:

    Jetzt ist es ganz an uns, brennender und engagierter für die Welt zu kämpfen, die Nelson Mandela gerne erlebt hätte!

    • Gerd Hönscheid-Gross sagt:

      Mandela hat mir eine sehr menschliche und überzeugende Sicht zum Spannungsverhältnis zwischen Widerstand, Kampf und Versöhnung am Beispiel Südafrikas aufgezeigt. Ich bin dankbar für dieses Lehrstück und wünsche mir, dass alle Menschen im heutigen Südafrika – und nicht nur eine Minderheit – direkt davon profitieren. Der Weltfriedensdienst setzt sich seit vielen Jahren dafür ein.

      Gerd

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