Palästina

Friedens- und Menschenrechtsarbeit in Palästina

Seit 1968 ist der WFD über eine von ihm initiierte Frauenkooperative mit dem Dorf Bil’in verbunden und verfolgt die Entwicklungen in Israel und Palästina damit seit über 40 Jahren. Dieses Projekt des WFD in den besetzten palästinensischen Gebieten war in der Anfangszeit geplant als Einsatz eines deutschen Friedensdienstes auf palästinensischer Seite parallel zur Arbeit der Schwesterorganisation Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste in Israel. Dieser Ansatz, der die Interessen beider Völker in Israel/Palästina und den Anteil der deutschen Geschichte (Antisemitismus, Holocaust) an diesem Konflikt berücksichtigt, gehört nach wie vor zum Selbstverständnis des WFD.

Der WFD unterstützt aktuell die Partner Al-Haq (Menschenrechtsarbeit), das Yes-Theatre und das Guidance and Training Center for the Child and Family.

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Durchbrecht den Teufelskreis der Gewalt!

Von , 20. November 2012 15:48

Schafft menschenwürdige Lebensbedingungen!                                                           

In einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Guido Westerwelle weist der WFD darauf hin, dass die menschenunwürdigen Lebensverhältnisse und die Perspektivlosigkeit der Menschen in dem abgeriegelten Gaza-Streifen wesentliche Ursachen für die zunehmende Radikalisierung gewaltbereiter Gruppen aus verschiedenen Lagern sind. 

Der Weltfriedensdienst bittet deshalb dringend:

  • Tragen Sie dazu bei, den Kreislauf der nicht enden wollenden Vergeltungsaktionen beider Seiten im Interesse einer dauerhaften Friedenslösung zu durchbrechen
  • Sorgen Sie für menschenwürdige Lebensbedingungen in Gaza und in den besetzten Gebieten statt weiterhin stillschweigend die Abriegelung des Gaza-Streifens und den fortgesetzten Siedlungsbau im Westjordanland zu tolerieren.
  • Bemühen Sie sich um einen gerechten Interessenausgleich zwischen beiden Konfliktparteien statt sich einseitig auf die – durchaus legitimen – Sicherheitsinteressen Israels zu konzentrieren.
  • Lassen Sie Ihren Bekenntnissen zu einer Friedenslösung in Nahost endlich auch entsprechende Taten folgen.

Der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis kann nicht militärisch gelöst werden. Jedes neue Blutvergießen schafft neue Hindernisse auf dem Weg zu einer politischen Lösung und damit zum Frieden. Große Teile der Zivilgesellschaft in Deutschland und in Palästina sowie teilweise auch in Israel teilen diese Auffassung.

Den vollständigen Text des offenen Briefes finden Sie hier

Der Vorstand des Weltfriedensdienst e.V.

WFD schreibt an Kanzlerin Merkel

Von , 11. Januar 2010 17:27

Das gewaltsame Vorgehen der israelischen Armee gegen die Teilnehmer und Organisatoren der gewaltfreien Freitagsdemonstrationen in Bil’in/Palästinensische Gebiete hatte im April 2009 einen Toten, zahlreiche Verletzte und seit Juni 2009 – während nächtlicher Razzien – 31 Festnahmen von Bewohnern von Bil’in zur Folge. Am 12. Dezember 2009 wurde der Vertreter des Bürgerkomitees, Abdallah Abu Ramah, bei einer nächtlichen Durchsuchung seines Hauses in Ramallah zum wiederholten Mal festgenommen. Der Verlauf der Grenzanlage im Bereich von Bil’in wurde in mehreren Entscheidungen des Obersten Gerichtshof Israels für unrechtmäßig erklärt, ohne dass dies bisher praktische Konsequenzen gehabt hätte.

Der Vorstand des WFD hat die Bundeskanzlerin in einem Brief gebeten, bei Ihren israelischen Gesprächspartnern darauf zu dringen, das willkürliche und gewaltsame Vorgehen der israelischen Armee in dem palästinensischen Dorf Bil’in einzustellen, festgenommene gewaltfreie palästinensische Demonstranten dieses Dorfes zu entlassen und die Entscheidung des Obersten Gerichtshof Israels zu respektieren, das die Enteignung von 60% des Landes von Bil’in für unrechtmäßig erklärte.

Frau Merkel habe in den letzten Monaten mehrfach betont, dass das Existenzrecht Israels zur deutschen Staatsräson gehöre und Deutschland gegenüber Israel eine besondere Verantwortung habe. Nach Auffassung des Vorstand des WFD müsse diese deutsche Solidarität und Verantwortung dem Staat Israel gegenüber glaubwürdig verbunden sein mit dem Eintreten für die Rechte der palästinensischen Bevölkerung in den von Israel besetzten Gebieten, wozu auch das Dorf Bil’in gehöre.

Hintergrund:
Seit 2005 organisiert das Bürgerkomitee von Bil’in jeden Freitag gewaltfreie Protestdemonstrationen gegen die israelische Grenzziehung auf ihrem Land und die damit verbundene Enteignung von ca. 60% der Gemarkung von Bil’in. Das Komitee wird dabei von zahlreichen israelischen und internationalen Friedensaktivisten unterstützt. Die Aktivitäten der israelischen Sicherheitskräfte in den letzten Monaten verfolgen nach Aussagen eines israelischen Militärvertreters das Ziel, diese Protestaktionen zu beenden. Es legt sich daher der Verdacht nahe, dass dies auch in der internationalen Aufmerksamkeit begründet ist, die die Proteste in Bil’in mittlerweile gefunden haben. Eine Liste der Ereignisse ist auf der Homepage des Bürgerkomitees von Bil’in zusammen gestellt (http://www.bilin-village.org/english/discover-bilin/).

Der WFD ist seit 1968 über eine von ihm initiierte Frauenkooperative mit dem Dorf Bil’in verbunden und verfolgt die Entwicklungen in Israel und Palästina seit nunmehr über 40 Jahren. Das Projekt des WFD in den besetzten palästinensischen Gebieten war in der Anfangszeit geplant als Einsatz eines deutschen Friedensdienstes auf palästinensischer Seite parallel zur Arbeit der Schwesterorganisation Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste in Israel. Dieser Ansatz, der die Interessen beider Völker in Israel/Palästina und den Anteil der deutschen Geschichte (Antisemitismus, Holocaust) an diesem Konflikt berücksichtigt, gehört nach wie vor zum Selbstverständnis des WFD. Darüber hinaus ist der WFD weltweit in Projekten (u.a. des Zivilen Friedensdienstes) engagiert, die einen gerechten Interessenausgleich und Versöhnung von Konfliktparteien zum Ziel haben. Diesen Zielen fühlt sich der WFD auch in Bezug auf den Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis verpflichtet.

Rückfragen an:
Martin Zint, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Weltfriedensdienst e.V. 030 25399018, zint@wfd.de

Die Mauer in Palästina

Von , 9. November 2009 16:12

express yourself

Von , 30. Oktober 2009 01:49

Nach einer weiteren viel zu kurzen Nacht, klebrigen Marmeladenstullen und Tee im Hotel und der rettenden Tasse Milchkaffee bei Uli und R. fuehrt uns der Weg nach Bethlehem. Weil der Haupteingang heute fuer juedische Glaeubige reserviert ist, die zu tausenden zu Rahels Grab pilgern, geht es fuer uns einmal um die Stadt herum. Wir bestehen den Schlomo oder Ahmed-Test der Soldaten mal wieder auf den ersten Blick und werden durchgewunken.

gtcIn Bethlehem sind wir, um GTC persoenlich kennen zu lernen. Der Weltfriedensdienst will die Arbeit des  Guidance and Training Center ab dem naechsten Jahr personell und finanziell unterstuetzen. Der gemeinsame Projektantrag liegt zur Bewilligung beim BMZ. Der Direktor des Projekts Victor, stellt uns bei Keksen und Tee die umfangreichen Aktivitaeten des Centers vor. Es geht um die Behandlung psychischer Schaeden, die unter derart schrecklichen Bedingungen, einer politisch, sozial und oekonomisch schwierigen Situation wie in Palestina, besonders haeufig sind.
Das Thema wird weitgehend tabuisiert, Menschen mit Schwierigkeiten schnell stigmatisiert, erklaert Victor. Daher kombinieren sie ihre Arbeit mit einer Aufklaerungskampagne, bieten den Menschen sowohl Unterstuetzung bei Schizophrenie und Depressionen als auch in der Bewaeltigung von Familienproblemen und sexueller Aufklaerung. Weit spannt sich der Bogen aus Aktivitaeten bis hin zu den ambitionierten Vorhaben eine  arabisch-sprachige Fachbibliothek aufzubauen und moeglichst viele Akteure und Institutionen, wie Schulen, Universitaeten, das Gesundheits- und Bildungsministerium und palestinensische wie internationale Nichtregierungsorganisationen miteinander zu vernetzen.

Die Leute von GTC betrachten die Arbeit als Einsatz fuer ihre Leute und ihre Gemeinschaft. “Das ist mein Platz”, sagt Viktor, “hier kann ich am Ende des Tages sagen, etwas wichtiges getan zu haben fuer die Gemeinschaft. Diese Arbeit stellt mich zufrieden.” Besonders lohnend sei die Arbeit mit Kindern. Wenn sie sich im Verlauf der Therapie oeffnen, beginnen, Gefuehle zu zeigen, Froehlichkeit oder einfach nur laecheln, wird ihm immer wieder klar, dies ist der richtige Platz. Wir fuehlen uns auch am richtigen Platz, jetzt ist das BMZ dran.

al-madaWeiter geht es nach Ramallah. Wir treffen Reema, Riham und Odeh von unserer Partnerorganisation Al-Mada. Zusammen bauen WFD und Al-Mada ein Musiktherapie-Zentrum auf. Tomeh ist Direktor, technischer Berater fuer die Musiktherapie, Komponist und Musiker. Er nimmt sich Zeit fuer das Interview, erklaert mir die technischen Aspekte des Programms und die Idee der Musiktherapie:
Wenn Menschen nicht die Moeglichkeit bekommen, ihre Gefuehle auszudruecken, gezwungen werden, oder sich gezwungen fuehlen, sie in sich einzusperren, nehmen sie Schaden. Das betrifft den Geist, den Koerper, ihre Lebensqualitaet. In der palestinaensischen Gesellschaft, so Odeh, seien die Moeglichkeiten seinen Gefuehlen Ausdruck zu verleihen sehr gering, die aeusseren Gegebenheiten besonders frustrierend und deprimierend. Insbesondere gaelte das fuer Kinder und Jugendliche. Hier greift die Arbeit des Musiktheraphie-Zentrums, an Schulen und mit verschiedenen Ziel- und Altersgruppen in Ramallah. Musik hat die Faehigkeit, in Menschen etwas zu bewegen, Stress zu loesen, Gefuehle auszudruecken und dabei vor allem Freude. In der Therapie lernen die Menschen so Abstand zu nehmen von ihrem Alltag, ihre Gefuehle, sich als Ganzes und ihr Leben wertzuschaetzen.

Nachdem ich das Aufnahmegeraet ausgeschaltet habe, philosphieren wir noch eine gute Stunde, ueber die Wahrnehmung des eigenen Ichs, die Hindernisse, die wir uns in den Weg legen und legen lassen, wir selbst zu sein. Der Moment sei am Wichtigsten, sagt Odeh, die Gegenwart und nicht die Hyphothek irgendeiner Vergangenheit, die wir nicht beeinflussen koennen, oder der Zukunft, die nicht gewiss ist. Wenn wir in der Gegenwart nicht wir selbst sind, werden wir auch in der Zukunft nicht zufrieden sein koennen. Was wir jetzt machen ist wichtig. Mir geht Ghandi durch den Kopf:

“Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Friede ist der Weg!”

Shalom!  Aleikum Salaam!

Warum wir es tun.

Von , 29. Oktober 2009 00:37

theater1Zu Besuch beim Yes-Theatre, fuer uns ein neuer Partner und ein neues Projekt. Wir sehen eine beeindruckende Vorstellung. Etwa 200 Schuelerinnen ueberhaeufen das Ensemble hinterher mit Fragen und Vorschlaegen. Spaeter bei Tee und Zigaretten stelle ich eine einfache Frage: Warum macht Ihr Theater?

“Eine schwere Frage: Zunaechst, weil ich es mag. Die Menschen moegen es. Und…

Wir versuchen Hoffnung zu geben. Ein Mensch ohne Hoffnung ist ein gefaehrlicher Mensch.  Gelingt es hingegen, jemanden mit Hoffnung zu erfuellen, auf Morgen, fuer die eigene Zukunft, wird er keine Gefahr mehr darstellen. Ein Mensch mit Hoffnung wird bereit sein,  mit dir zu reden, dich und deine Ansichten zu tolerieren und Meinungen auszutauschen. Das ist das Fundament. Wenn wir uebereinstimmen, einander zuzuhoeren, haben wir einen Anfang. Wenn wir uns jedoch weigern, das tun, beginnen die Schwierigkeiten.

Die Leute hier leiden, sie sagen, dass sie die ganze Zeit leiden und immer nur leiden. Sie sehen sich als Opfer. Und nun? Soll die Welt ihnen Geld schicken und alles wieder aufbauen? Wenn wir das fordern, werden wir Opfer bleiben, machen wir uns freiwillig zu Opfern. Die Loesung ist, gegen diese Situation zu kaempfen, die Verhaeltnisse zu aendern. Du kannst die Verhaeltnisse aber nicht aendern, wenn es dir nicht gelingt, die Menschen und ihre Denkweise zu aendern.

theater2Ich glaube, dass wir als Kuenstler dazu beitragen koennen. Wir koennen etwas aendern und tun es bereits. Wir haben mittlerweile Tausende Leute, die uns kennen, zu den Vorstellungen kommen, die unsere Botschaft verstehen. Sie versuchen jetzt wie wir, die Dinge von verschiedenen Seiten zu betrachten…

Wir wollen nicht, dass Leute wie Fotokopien sind, Fotokopien ihrer Vaeter, nur, weil die es so wollen. Wir wollen das nicht. Wir haben genug von den Aelteren, den Anfuehrern, die behaupten, sie wuerden alle Probleme kennen und fuer uns loesen. Unsere jungen Leute, koennen Ihre Probleme selbst loesen. Bereits die kleinen Kinder wissen, was richtig und was falsch ist. Jeder hat das Recht als alter oder junger Mann, als Frau oder Maedchen NEIN zu sagen. Zu sagen, DAS will ich und DAS nicht. Jeder hat das Recht. Es wahrzunehmen erfordert Mut. Den versuchen wir den Menschen zu geben. Du musst den Mut haben Nein zu sagen. Ich widersetze mich DEM, ich will DAS. Das ist es, was wir versuchen.

Einfach!”

Faith and Hope

Von , 28. Oktober 2009 00:46

heartIch fahre allein nach Bethlehem. Nach dem ueblichen Smalltalk ueber die touristischen Attraktionen des Landes, die ich unbedingt noch sehen sollte, versucht der Taxifahrer vorsichtig mich fuer das Jerusalem der Checkpoints und illegalen Siedlungen zu sensibilisieren. Ich passiere den verwinkelten Uebergang ins palestinensische Bethlehem zu Fuss und laufe Richtung Zentrum. Hier treffe ich S., die eine  Zusammenkunft mit Mahmoud Zwahre arrangiert hat. Mahmoud ist als Buergermeister der palestinensischen Siedlung al-Ma’sara ein viel beschaeftigter Mann. Seit drei Jahren organisieren er und seine Mitstreiter, darunter viele Israelis und sogenannte Internationals, Demonstrationen gegen die Mauer. Noch ist sie nur eine ueberwachte Zugangsstrasse zur langgestreckten und rapide wachsenden Siedlung Ephrat. Faktisch schneidet sie die Bewohner al-Ma’saras von ueber 70% ihres Landes ab.

Woche fuer Woche demonstrieren sie friedlich dagegen, versuchen die Soldaten hinter dem Stacheldrahtverhau mit der Situation zu konfrontieren. Manche zeigen Reaktionen hinter ihren Uniformen, Sonnenbrillen und Waffen, sagt Mahmoud, wenn sie von den israelischen Aktivisten auf hebraeisch angesprochen werden. Sie fluestern, dass sie gezwungen werden, hier zu sein, manche, dass sie sogar lieber auf bei ihnen auf der Seite des Zauns stehen moechten. Diese Fluesterer werden von den Offizieren sehr schnell ausgewechselt. Mahmoud spricht viel von dem Recht, dass sie auf ihrer Seite wissen. Nach internationalen Recht sind die Siedlungen illegal, ist die Mauer illegal. Das ist ihre Waffe.
david_goliath_wallLeidenschaftlich und voller Hoffnung spricht er von diesem Kampf David gegen Goliath. Er spricht vom Glauben an die Zukunft fuer die 52% der Palestinenser, die noch nicht einmal 18 sind.  Er erzaehlt von Theatern, die sie ins Leben rufen, von Spielzeugbibliotheken fuer die kleinen Kinder, davon Baeume zu pflanzen, die die Israelis im Zuge des Siedlungs-und Mauerbaus zu Tausenden abgeholzt haben, er spricht von der internationalen Unterstuetzung, von der Berliner Mauer, die schliesslich auch gefallen sei, davon sich nicht unterkriegen zu lassen. Und immer wieder betont er das Prinzip der Gewaltfreiheit ihres Widerstandes.

Auf dem Rueckweg nach Bethlehem scheint die Mauer nicht mehr so unueberwindlich.

welcomeS. fuehrt mich durch ein Fluechtlingslager. 12.000 Menschen leben hier auf einem Quadratkilomter. Kinder werfen mit Steinen nach uns. Sie hoeren auf als S. mit ihnen redet. Sie leben direkt im Schatten einer israelischen Garnision und der allgegenwaertigen Mauer. Dahinter liegt ein weites Gebiet mit kleinen Waeldchen, das vor dem Mauerbau als Erholungsgebiet und Spielwiese der Kinder diente. Nun ist es unerreichbar.

Die Mauer selbst ist inzwischen zur Leinwand geworden. Beeindruckende politische Kunstwerke sind entstanden, die ich dokumentiere und dem geneigten Leser sicher bald zugaenglich gemacht werden. Hoffnung auf Frieden, auf die Wiederholung der Geschichte der Berliner Mauer, die Sehnsucht nach Ausgleich und einer Rueckkehr in die Heimat praegen die Bilder. Kaum eines ruft zur Gewalt auf.

Wir durchqueren Bethlehem zu Fuss, essen auf dem Platz vor dem Bethlehem Peace Center Shawarma. Links liegt eine Moschee, rechts die Geburtskirche. Wir hoeren den Muezzin zum Gebet rufen. Die Glocken der Kirche  stimmen leise mit ein.

Der Weg fuehrt uns weiter zum Alternative Information Comitee und von da an die Stadtgrenze. Hier haben Tom und ein paar andere Internationals ein Fleckchen Erde in einem kleinen Tal erworben. Sie haetten woanders ein fruchtbares Stueck Land mit einer Quelle erwerben koennen. Aber unter solchen Bedingungen einen  Garten zu erschaffen sei keine Herausforderung. Tom will zeigen, dass auch unter schwierigen Bedingungen eine nachhaltige und ertragsfaescherbenhige Landwirtschaft moeglich ist. Wir stossen zu einer Gruppe Touristen hinzu, die er herumfuehrt. Ich hoere und sehe mir Bekanntes und auch viel Neues. Die unbaendige Freude am Experimentieren, die einen bei seinen Ausfuehrungen immer wieder anspringt, laesst mein agarwissenschaftliches Herz schneller schlagen. Was fuer eine Vision, dieses ausgetrocknete Tal zum Leben zu erwecken.

Waehrend ich diese Zeilen schreibe, loest sich zum ersten Mal seit ich hier bin meine Anspannung. Wenn man genug Steine umdreht, findet man am Ende vielleicht doch ein wenig Hoffnung, dass die Wunden, die diesem Land und seinen Bewohnern geschlagen werden, eines Tages verheilen.

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