Work4Peace

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Arbeiten statt Lernen

Von , 29. Mai 2013 18:19

Realschüler spenden Arbeitslohn für Afrika

Text und Foto: MARTIN ROOS

Elsenfeld. Sie wuchten Schränke herum, falten Kartonagen zusammen und räumen verstaubte Aktenordner aus dem Zimmer. Am Mittwochmorgen 8 Uhr sind Fabian Neuber (15) aus Erlenbach (15) und Ralf Bender (15) aus Streit an ihrem Arbeitsplatz im Einsatz. Der Arbeitstag geht bis 13 Uhr. Doch die beiden Jungen sind weder Lehrlinge noch Schulschwänzer. Nein, sie arbeiten einen Tag lang für einen guten Zweck bei der Firma Ullmann Plastic GmbH im Rücker Industriegebiet. Den Arbeitsplatz haben sich die beiden vor vier Wochen ausgesucht. Ihren Lohn, fünf Euro die Stunde, stecken die Schüler der Klasse 8 g nicht in die eigene Tasche, sondern unterstützen ein Afrika-Projekt um den Kindern dort Schulbildung zu ermöglichen.

Normalerweise sitzen die beiden Jugendlichen um diese Zeit in ihrem Klassenzimmer in der Realschule Elsenfeld und pauken Englisch, Mathe und Deutsch. Doch an diesem Mittwoch verwandeln die beiden eine Rumpelkammer in einen Arbeitsplatz. Für das Projekt „work4peace – Arbeiten anstatt zu lernen” wurde eigens ein Vertrag mit dem Unternehmer abgeschlossen. „Die Jungs sind echt eine Verstärkung” freut sich Firmenchef Thorolf Winter vom kunststoffverarbeitenden Betrieb Ullmann Plastic über die Unterstützung. „Die beiden Jungs haben Arbeiten bekommen, die sie selbstständig ausführen können”. „Wenn sie heute nicht hier wären, hätte ich jemanden anderen abstellen müssen, der die Arbeiten gemacht hätte”. Weiter lesen 'Arbeiten statt Lernen'»

Landgrabbing hautnah – ein Rollenspiel

Von , 31. Januar 2013 17:17

Von JANA OTTENWELLER, work4peace-Team

„Ich finde das ungerecht und fühle mich als Verlierer.“ „Die Kluft zwischen uns ist so groß.“ „Die da vorne sehen gar nicht, wer zurückbleibt und nicht von der Stelle kommt.“ „Ich fühle mich so hilflos.“ „Ich denke, Macht und Machtzuwachs lässt mich das schlechte Gewissen verdrängen.“ „Die sehen gar nicht, was bei uns das Problem ist.“ „Die sind einfach weit weg.“

„Landgrabbing hautnah“ so lautete der provokante Titel des Spiels, das wir bei unserem zweiten Peace-Team-Treffen Ende Januar mit den SchülerInnen dreier Berliner Schulen spielten. Wie fühlt sich das an, seiner Lebensgrundlage beraubt zu werden – wie, als sogenannter Profiteur vom Landkauf zu profitieren?

 Die SchülerInnen hatten Karten mit Rollenbeschreibungen bekommen, um sich aktiv in diese hineinzuversetzen. Von diesem Zeitpunkt an waren die SchülerInnen zum Beispiel:

  •  Eine Lebensmittelhändlerin, die in Maputo lebt und deren  Kundschaft immer weiter abnimmt, weil sie die Preise für ihr Gemüse erhöhen muss.
  • Ein kenianischer Viehhalter, der seine Tiere nicht mit ausreichend Wasser versorgen kann, da riesige Export-Rosen-Farmen das Wasser für sich beanspruchen.
  • Eine Witwe eines Kleinbauern, der man ihr Haus wegnahm, weil sie nicht nachweisen konnte, dass ihr Mann der Besitzer des Grundstückes war.
  • Ein mosambikanisches Regierungsmitglied, das gerade einen Land-Deal mit einer schwedischen Firma über die Verpachtung von 100.000 Hektar Land abgeschlossen hat.
  • Ein britischer Unternehmenschef, der 452.500 Hektar Land in Madagaskar gepachtet hat, um dort Mais zur Herstellung von Biosprit anzubauen.
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