STEPS

Von den 32 Millionen SüdafrikanerInnen zwischen 15 und 49 Jahren ist jede(r) Fünfte HIV-positiv. Das ist die Gruppe, die unmittelbare Zukunft und Gegenwart des Landes in den Händen hält. Jahr für Jahr sterben 350.000 von Ihnen an Aids.
Und noch immer begegnet man Unwissenheit, Vorurteilen und heftiger Abwehr, wenn es um Aids-Aufklärung geht. Schließlich berührt sie sensible Bereiche; Prostitution und häuslicher Missbrauch gehören dazu.

Ein ungewöhnliches Filmprojekt, das vor einigen Jahren in Südafrika begonnen wurde, greift diese Themen auf. Steps for the Future lässt in Filmen Menschen zu Wort kommen, die offen über ihren Umgang mit HIV/Aids berichten – über ihren Alltag, ihre Ängste, ihre Verzweiflung, aber auch ihren Lebensmut.
Die Filme wurden inzwischen in 18 afrikanische Sprachen übersetzt und viele hundert Male gezeigt, meist unter freiem Himmel. Fast immer folgen den Vorführungen intensive Gespräche. Organisiert werden diese Filmtourneen in Südafrika und zehn weiteren Ländern der Region von STEPS. In den kommenden Jahren will der gemeinnützige Verein seine Arbeit ausdehnen, neue Filme sollen entstehen, Jugendliche verstärkt miteinbezogen und ermuntert werden, eigene Video-Filme zu drehen. Der Weltfriedensdienst wird STEPS mit ihrer Hilfe bei diesem wichtigen Medienprojekt langfristig unterstützen.

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Desmond Tutu: “Ich weigere mich in einen homophoben Himmel zu gehen!”

Von , 21. Mai 2014 08:06

Der neueste STEPS Film „From the same soil“ erzählt von Flavina, Junior und Danny und ihrem Kampf gegen Diskriminierung als Homosexuelle und Transgender. In 36 afrikanischen Ländern sind homosexuelle Beziehungen illegal. Zwischen 2008 und 2013 wurden weltweit 1374 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Intersexuelle (LGBTI) aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ermordet. Auch in Südafrika kommt es immer wieder zu Übergriffen, wie sogenannte corrective rapes gegen Frauen und Morde. Die fortschrittliche, liberale Verfassung Südafrikas macht das Land dennoch zur einzigen Hoffnung auf ein Leben in Würde für viele LGBTI-Personen aus anderen afrikanischen Ländern.

Die Premiere des Films war am 18.Mai, dem internationalen Tag gegen Homophobie.

Film ab!

Von , 20. Oktober 2013 20:00

Von MARIANNE GYSAE, Medienpädagogin und Kooperantin des Weltfriedensdienst. Sie lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Südafrika (veröffentlicht im KOMPASS #2/2013)

Bei Kampagnen u?ber HIV/Aids wurde jahrelang ohne die Betroffenen diskutiert. Erst als sie in gesellschaftliche Entscheidungen einbezogen wurden, konnten sie Anwalt fu?r sich selbst werden.

Am Anfang fu?hrten sogenannte Experten Aids-Warnkampagnen mit Schreckensszenarien vom Leid und Sterben durch. Durch diesen Ansatz konnte aber das allgemeine Schweigen um HIV/Aids nicht durchbrochen werden. Menschen, die persönlich von HIV betroffen waren, brauchten eine Stimme, um anderen Mut zu machen, sich offen mit HIV/Aids auseinanderzusetzen.
Daher kam die Idee, Filme zu machen – Filme u?ber betroffene Menschen, die offen u?ber ihren Umgang mit HIV/Aids berichten – mit persönlichen Geschichten u?ber ihren Alltag, ihre Ängste und ihren Lebensmut. Es entstanden ungewöhnliche, mutige Filme mit der Botschaft „Life is a beautiful thing“ (Das Leben ist schön).
Diese Filme werden bis heute in Gemeinden im su?dlichen Afrika gezeigt. Im Anschluss stehen die Protagonisten der Filme fu?r Fragen und Diskussionen bereit. Diese Methode – ein machtvolles Instrument fu?r soziales Lernen – ist nach wie vor das Kernstu?ck des STEPS-Projekts.
Ein weiterer Ansatz ist der partizipatorische Film. Gemeinsam mit jungen Menschen arbeiten wir die Themen heraus, die ihnen selbst wichtig sind. Sie entscheiden, welche Filme gemacht werden, und sie sind am Produktionsprozess aktiv beteiligt. Die Erfahrung zeigt: Filme eignen sich besonders gut fu?r Advocacy-Arbeit. Eine Filmvorfu?hrung ist ein ganzheitliches Gruppenerlebnis, es beru?hrt die Menschen auf allen Ebenen, audiovisuell, emotional. Menschen kommen zusammen, man trifft sich, man kommt ins Gespräch – es ist etwas Besonderes. Das Medium Film wird damit zum Werkzeug, um sich zu begegnen und miteinander zu kommunizieren.
Filme machen es möglich, das Leben einer anderen Person kennenzulernen und zu verstehen und dadurch eine andere Sichtweise einzunehmen. Um das zu erreichen, braucht man Filme und Protagonisten, mit denen sich Menschen identifizieren können. Wenn in einer Filmvorfu?hrung Menschen eine Verbindung untereinander aufbauen, dann passiert etwas, es wird etwas angestoßen. Damit das gelingt, mu?ssen verschiedene Aspekte beru?cksichtigt werden.

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Teddy für STEPS

Von , 17. Februar 2013 04:24

Der Special TEDDY AWARD geht in diesem Jahr an das südafrikanische Projekt STEPS for the Future!”

Laudatio: ANNABELLE MANDENG, Kuratoriumsmitglied der Berliner Aids-Hilfe e.V., TEDDY AWARD, Berlin, 15. Februar 2013

“Aufklärung über das Leben mit HIV ist nach wie vor dringend nötig. Immer noch sind Menschen mit HIV Diskriminierungen ausgesetzt und werden stigmatisiert. HIV/Aids-Aufklärung berührt sensible Bereiche, Prostitution und häuslicher Missbrauch gehören dazu. Die Idee zu der Filmreihe „STEPS for the Future“ entstand im Jahr 2000. Zu diesem Zeitpunkt existierten fast keine Filme zum Thema HIV/Aids, die im südlichen Afrika entstanden waren.

STEPS for the Future lässt in rund 50 Filmen Menschen zu Wort kommen, die offen über ihren Umgang mit HIV/Aids berichten – über ihren Alltag, ihre Ängste, ihre  Verzweiflung, aber auch über ihren Lebensmut. Die Filme werden von Jugendlichen für Jugendliche gemacht. Sie erzählen die Geschichten von Menschen, die das HIVirus tragen oder an Aids erkrankt sind. Reale Lebenssituationen werden vorgestellt, in denen sich das Publikum wiederfinden kann.

STEPS for the Future produziert die Filme nicht nur, sondern bringt sie auch aktiv zu den Menschen in ihre Dörfer, in ihre Gemeinschaften – in ihrer Sprache. Fehlende Kinosessel oder eine fehlende Leinwand halten die Macher in ihrem Engagement nicht auf. Ein Dorfplatz oder eine Hütte reichen aus – und fehlende Vorführgeräte werden per Boot oder Auto in die entlegensten Winkel gebracht.

Damit kehrt das Projekt zum Anfang des Medium Film zurück. Es werden bewegte Bilder zu den Menschen gebracht und an allen nur denkbaren Orten gezeigt. Die  Menschen sind gespannt auf das, was sie sehen. Sie fühlen mit, sie verstehen, sie finden sich in den Geschichten wieder und können das Gesehene anderen mitteilen.

STEPS for the Future spiegelt Menschen mit HIV nicht nur in bewegten Bildern, sondern gibt ihnen auch eine Stimme. Nach den Filmvorführungen wird diskutiert. Es  entsteht ein Raum für Verständnis und daraus entsteht Akzeptanz.

Damit zeigen sie uns, was im Umgang mit der Krankheit möglich ist.

Diese Arbeit hat uns, mich inspiriert, weil sie Betroffene kreativ und mit Lebensfreude aus der Isolation zurück in die Gesellschaft bringt, ihnen Hilfe zur Selbsthilfe bietet  und Mut und Hoffnung auf ein aktives und selbstbestimmtes Leben gibt.

Der TEDDY und die Berliner Aids-Hilfe zeichnen STEPS for the Future mit dem Special TEDDY AWARD for HIV Awareness aus!”

steps for the future – Trailer

Von , 15. Februar 2013 02:03

“Verschwendet kein Geld für Waffen! Investiert es in unser Leben!”

Leben ist eine tolle Sache …

Von , 11. Februar 2013 17:18

Jubel beim Weltfriedensdienst. Die Berliner Aids-Hilfe hat einem unserer Projektpartner den Special TEDDY AWARD Award für HIV Awareness zuerkannt. So lerne ich auch das Gefühl kennen, einen Preis zu bekommen – fühlt sich gut an, stresst aber ein bisschen. Der Preisträger STEPS macht unkonventionelle Bewusstseinsbildungsarbeit zu HIV/Aids im südlichen Afrika. Unter dem Motto „Life is a beautiful thing“ drehen Jugendliche Filme, in denen sie ihre Sicht zum Thema HIV/Aids vorstellen. Viele von ihnen sind selber positiv. Sie werden darin geschult, mit anderen Jugendlichen über das Thema zu sprechen und es so aus dem Tabubereich zu holen. Das kontert die vielen absurden Gerüchte, die um das Thema kreisen und hilft Jugendlichen, bewusste Entscheidungen zu treffen. Z.B. sich testen zu lassen, um den eigenen Status zu kennen. Ich freue mich riesig, auch für unsere südafrikanischen Partner die unter schwierigen Bedingungen arbeiten. STEPS-Mitarbeiterin Elaine Maane wird am Freitag den Preis für STEPS entgegen nehmen. Ich kenne sie von einem Besuch im Jahr 2009, das wird ein schönes Wiedersehn. Auch der Initiator der Arbeit von STEPS, Don Edkins, ein äußerst dynamischer und kreativer Filmproduzent, wird kommen. Das alles klingt nach Party. Really, „life is a beautiful thing!“.

Zum Schluss noch eine Bemerkung. Dieser Blog gibt natürlich nur Schnappschüsse meine Erlebnisse wieder. Ich werde auf der Berlinale mindestens 21 Filme sehen – die Tatsache dass ich einen Film erwähne und einen anderen nicht folgt eigenen Kriterien für diesen Blog. Sie erlaubt keine Rückschlüsse auf meine Entscheidung in der Jury des Friedensfilmpreises. Darauf achte ich!

Webseite des Friedensfilmpreises http://www.friedensfilm.de/

HIV/Aids? Lass uns drüber reden!

Von , 11. Februar 2013 13:05

Über die Möglichkeiten von Prävention und Aufklärung in Südafrika.

STEPS ist die Abkürzung für Social Transformation and Empowerment Project for South Africa, zu deutsch Projekt für soziale Transformation und Übertragung von Verantwortung in Südafrika. Was steckt hinter diesem ambitionierten Namen?
Gysae: Hinter dem Namen steckt eine Medieninitiative. Es geht darum, Filme in der Bildung und Aufklärungsarbeit einzusetzen. Das Projekt wurde vor mehr als zehn Jahren angefangen – mit einer Reihe von Filmen zu HIV/Aids. Wir wollten damals wegkommen von den Schreckensszenarien, die bis dahin immer vermittelt wurden: Menschen sterben an HIV, das ist ja ganz schrecklich. Wir wollten mit persönlichen Geschichten Mut machen zum Leben mit HIV. Es wurde dann ein Trainingsprogramm begonnen, bei dem junge Menschen ausgebildet wurden, wie sie diese Filme einsetzen können, um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Weiter lesen 'HIV/Aids? Lass uns drüber reden!'»

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