Musasa

Simbabwe: Gewalt gegen Frauen bekämpfen

Im Südosten Simbabwes engagiert sich Musasa mit dem Projekt Pamusasa für die Prävention von Gewalt gegen Frauen und unterstützt jene, die Gewaltopfer geworden sind. Durch einen direkten Kontakt zu Gemeinden, ihren traditionellen Entscheidungsträgern sowie zur staatlichen Verwaltung soll neuen Gewaltwellen vorgebeugt werden.

Politisch motivierte Gewalt in Simbabwe trifft vor allem Frauen und schließt Extremformen wie systematische Vergewaltigungen mit ein. Im Südosten des Landes, im Buhera-Distrikt der Provinz Manicaland, haben sich die MitarbeiterInnen von Pamusasa zum Ziel gesetzt, Gemeindestrukturen zu aktivieren, um die eigenen Kräfte von Gemeinden zur Prävention und zum Schutz der Frauen vor Gewalt zu stärken. In Anspielung auf den in Simbabwe heimischen Musasa-Baum, der Schatten und Feuerholz spendet sowie Hilfe in Krisenzeiten symbolisiert, bietet das Projekt Zufluchtsstätten für Gewaltopfer und kümmert sich um deren Behandlung, Traumabearbeitung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
Um die Ziele zu erreichen, suchen die MitarbeiterInnen von Pamusasa direkten Kontakt zu Gemeinden, ihren traditionellen Entscheidungsträgern sowie zu StaatsbeamtInnen und motivieren diese zum aktiven Einsatz gegen politisch motivierte Gewalt. Schlüsselpersonen und die breite Öffentlichkeit werden sensibilisiert, kommunitäre Unterstützungsstrukturen aufgebaut. Des Weiteren baut Pamusasa ein Netzwerk auf, das der medizinischen, juristischen und psychosozialen Versorgung und einer Verbesserung der Schutzräume von Frauen dient. Selbsthilfegruppen werden unterstützt und eine telefonische Beratungshotline wird eingerichtet. Außerdem bietet die Initiative Trainings in Traumaarbeit, Konfliktbearbeitung und Friedensbildung an.

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Eine alltägliche Geschichte

Von , 8. März 2013 11:09

„2008, im Jahr der Wahlen, musste  mein Ehemann nach Mosambik fliehen. Er war politisch aktiv, in der Opposition. Ich wurde geschlagen und missbraucht von einem der Anführer aus unserem  Dorf. Ich war schwanger. Unser Kind kam zur Welt. Zwei Wochen später wurde ich eingesperrt und sollte hingerichtet werden.  Sie fragten ununterbrochen, wo mein Ehemann sei. Ich hatte Angst! Ich wollte weg. Sie haben mich  bedroht und  vergewaltigt.

Mein Mann kam wieder, wir gingen zur Polizei. Politisch motivierte Gewalt? Davon wollte  man nichts wissen! Mein Baby hatte zu viel durchstehen müssen, es starb kurze Zeit später.

Nach einiger Zeit wurde der Täter aber doch verurteilt. Ich bin froh, dass mein Fall vor Gericht kam. Mein Mut hat mich so weit getragen. Ich möchte allen Frauen sagen: Seid mutig, haltet durch!“

So zynisch es klingt: Es hätte noch schlimmer kommen können. Oft werden vergewaltigte Frauen und Kinder von der eigenen Familie und der Gesellschaft stigmatisiert und ausgeschlossen. Und die durch Vergewaltigung entstandenen Kinder erinnern ihre Mütter tagtäglich an die erlittene Gewalt. Die Mütter schwanken zwischen Liebe, Hass und Schuld. Viele Frauen bleiben mit ihren Erfahrungen allein und erzählen niemandem davon, aus Scham und Angst.

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