DJINOPI

Netzwerk gegen Genitalverstümmelung in Guinea-Bissau

In Guinea-Bissau ist die Verstümmelung der weiblichen Geschlechtsorgane zwar seit 2011 verboten, aber immer noch gängige Praxis. Der Weltfriedensdienst unterstützt deshalb das Netzwerk DJINOPI, das sich für die Abschaffung dieser folgenschweren Praxis einsetzt.

Die Hälfte aller Frauen Guinea-Bissaus zwischen 15 und 49 Jahren ist beschnitten. Die Beschneidung wird je nach Ethnie an Mädchen zwischen 3 Monaten und 14 Jahren vorgenommen. Was verharmlosend als Beschneidung bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit eine Verstümmelung der weiblichen Genitalien. Als Teil der Initiationsriten markiert diese Praxis in über 30 Ländern den Übergang des Kindes zur Frau. Erst mit dem so verstandenen »Erwachsenwerden« erlangen die Mädchen Anspruch auf Status und Privilegien eines vollwertigen Gemeinschaftsmitglieds. Der Eingriff wird ohne Narkose und meist unter unvorstellbaren hygienischen Bedingungen an Mädchen und Frauen vorgenommen. Er hat schwerste gesundheitliche, seelische und soziale Folgen – lebenslänglich.
DJINOPI hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Mädchen vor dem blutigen Ritual zu schützen.

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Imame in Guinea-Bissau ächten Genitalverstümmelung

Von , 6. Februar 2013 01:42

Die „Islamkonferenz zur Ächtung der weiblichen Genitalbeschneidung“ begann mit einem Eklat. Imam Aboubacar Touré ergriff das Wort: „Warum diskutieren wir über weibliche Genitalbeschneidung? Das Thema hat keinerlei Relevanz für Guinea-Bissau. Wir sollten uns mit anderen Verbrechen wie dem Drogenmissbrauch durch Jugendliche beschäftigen Die gleiche Frau, die wir vor der Genitalbeschneidung bewahren wollen, lässt vielleicht später eine Abtreibung vornehmen. Warum reden wir nicht über dieses Verbrechen?“ Weiter lesen 'Imame in Guinea-Bissau ächten Genitalverstümmelung'»

Erstes Urteil gegen Beschneiderinnen in Guinea-Bissau

Von , 6. Februar 2012 21:42

Das Parlament Guinea-Bissaus hat im Juni 2011 ein Gesetz erlassen, das Genitalverstümmelung unter Strafe stellt. Der lokale Weltfriedensdienst-Partner DJINOPI (zu Deutsch: vorwärts, Leute!) war mit ihrer breiten und beharrlichen Mobilisierung an diesem Erfolg beteiligt. Die Existenz von Gesetzen und ihre Durchsetzung sind in vielen afrikanischen Staaten zwei unterschiedliche Dinge. Als der Präsidentin von DJINOPI, Maria Domingas, eine Beschneidungszeremonie bekannt wurde, zeigte sie die drei Haupttäterinnen an und sorgte so dafür, dass es erstmals zu einem Prozess gegen Beschneiderinnen kam. Weiter lesen 'Erstes Urteil gegen Beschneiderinnen in Guinea-Bissau'»

Auswirkungen der Genitalverstümmelung

Von , 6. November 2011 21:48

Oft wird die genitale Verstümmelung fälschlicherweise mit religiösen Vorschriften begründet. Oft sind es die Großeltern, die die Beschneidung ihrer Enkelinnen fordern, weil die Tradition älter ist als sie selbst. Es ist soziale Realität in vielen ländlichen Regionen, dass unbeschnittene Frauen kaum verheiratet werden können. Damit steht die ökonomische Zukunft der Mädchen und ihrer Familien auf dem Spiel. Männer schieben die Verantwortung für die Verstümmelung in der Regel allein den Frauen zu. Als Brautväter und Bräutigame sind sie jedoch mitverantwortlich für den sozialen Druck, der zur Verstümmelung der Mädchen führt. Weiter lesen 'Auswirkungen der Genitalverstümmelung'»

Projekthintergrund

Von , 6. Februar 2011 21:50

Weltweit sind 145 Millionen Frauen und Mädchen betroffen

Die Praxis der weibli­chen Beschneidung oder Genitalverstümmelung1  (englisch: Female Genital Mutilation, FGM; Portugiesisch Mutilação  Genital Feminina, MGF) ist in 28 afrikanischen Ländern, sowie in einigen  Gesell­schaften der arabischen Halbinsel und Asiens ver­breitet. Mit  zunehmender Migration wird sie jedoch in den letzten Jahren vermehrt  auch wieder in westlichen Ländern wie USA, Kanada und ei­nigen Staaten  Westeuropas praktiziert. Nach übereinstimmenden Schätzungen der WHO und  anderer mit der Thematik befasster UN-Organisationen sind von FGM  weltweit ca. 145 Millionen Frauen und Mädchen betrof­fen, bei leicht  steigender Tendenz.

Die Situation in Guinea-Bissau  Es gibt keine zuverlässige Statistik zur Genitalverstümmelung in  Guinea-Bissau. Die UNICEF schätzt, dass heute etwa 300.000 Frauen  betroffen sind und 80.000 Mädchen praktisch aller Altersgruppen als  gefährdet gelten.  Das Parlament von Guinea-Bissau lehnte 1995 einen Gesetzentwurf gegen  FGM ab. Im Jahr 2009 gab es eine heftige öffentliche Debatte um ein  mögliches Gesetz gegen FGM. Der Vorsitzende der Nationalen Islamischen  Kommission trat dabei als Befürworter und der Präsident der  bissau-guinéischen Liga für Menschenrechte als Gegner der Praxis auf. Weiter lesen 'Projekthintergrund'»

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