Nach den Überschwemmungen – die Arbeit des WFD in den Favelas von Rio de Janeiro

Von Weltfriedensdienst e.V., 31. Mai 2010 16:27

Kooperant Lutz Taufer kommt nach Berlin und wird am 8. Juni über seine Arbeit und die erschwerten Bedingungen seit dem Hochwasser berichten. 18:00 Uhr geht es beim WFD im Laden unten in der Hedemannstr. 14, Berlin los.

Es wird nicht nur Fotos und Draufsichten geben, sondern in die Tiefe gehen:  Was heißt Entwicklungspartnerschaft in einem aufstrebenden
Schwellenland wie Brasilien? Welche Auswirkungen haben die sozialen Veränderungen unter Lula auf die Ärmsten der Armen? Wie passt das Wort Apartheid zum Multikulturellen Brasilien?

Wie können die unterprivilegierten Teile der brasilianischen Gesellschaft für gemeinschaftlich verantwortliches Verhalten aktiviert werden? Wie können wir Selbsthilfe-Projekte fördern und die Mitwirkung der Betroffenen einfordern? Der Sozialpädagoge Lutz Taufer informiert und diskutiert mit den Gästen.

Khokos Geschichte

Von Weltfriedensdienst e.V., 6. Mai 2010 14:11

In diesem Film erzählt Khoko ihre Geschichte. Sie ist ein Mädchen aus Hamburg in Südafrika. Ihre Mutter ist HIV-Positiv. Wie sie und ihre Freundinnen damit umgehen, dient bei Filmvorführungen als Beispiel, wie das Leben mit HIV/Aids weitergehen kann.

Offen darüber zu reden und das Tabu zu brechen, ist der erste Schritt, die Ausbreitung der Pandemie zu stoppen.

STEPS for the Future

Von Weltfriedensdienst e.V., 6. Mai 2010 13:06

Von den 32 Millionen SüdafrikanerInnen zwischen 15 und 49 Jahren ist jede(r) Fünfte HIV-positiv. Das ist die Gruppe, die unmittelbare Zukunft und Gegenwart des Landes in den Händen hält. Jahr für Jahr sterben 350.000 von Ihnen an Aids.
Und noch immer begegnet man Unwissenhei
t, Vorurteilen und heftiger Abwehr, wenn es um Aids-Aufklärung geht. Schließlich berührt sie sensible Bereiche; Prostitution und häuslicher Missbrauch gehören dazu.

STEPS: Filmvorführung unter freien Himmel

STEPS: Filmvorführung unter freien Himmel

Ein ungewöhnliches Filmprojekt, das vor einigen Jahren in Südafrika begonnen wurde, greift diese Themen auf. Steps for the Future lässt in Filmen Menschen zu Wort kommen, die offen über ihren Umgang mit HIV/Aids berichten – über ihren Alltag, ihre Ängste, ihre Verzweiflung, aber auch ihren Lebensmut.
Die Filme wurden inzwischen in 18 afrikanische Sprachen übersetzt und viele hundert Male gezeigt, meist unter freiem Himmel. Fast immer folgen den Vorführungen intensive Gespräche. Organisiert werden diese Filmtourneen in Südafrika und zehn weiteren Ländern der Region von STEPS. In den kommenden Jahren will der gemeinnützige Verein seine Arbeit ausdehnen, neue Filme sollen entstehen, Jugendliche verstärkt miteinbezogen und ermuntert werden, eigene Video-Filme zu drehen. Der Weltfriedensdienst wird STEPS mit ihrer Hilfe bei diesem wichtigen Medienprojekt langfristig unterstützen.

Danke

Von Weltfriedensdienst e.V., 21. April 2010 14:39
Christiano Camerman und Projektkoordinatorin Uli Lauerhass

Christiano Camerman und Projektkoordinatorin Uli Lauerhass

Cristiano Camerman, Geschäftsführer bei CAMPO, schreibt am 19. April 2010:

Der Regen hat aufgehört. Alle geflüchteten Personen sind nach Hause zurückgekehrt. Der WFD hat Ende letzter Woche eine Nothilfespende von 5.000 € angekündigt. Die Berater von CAMPO sind vor Ort, um gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden zu besprechen, wie die Überschwemmungsopfern am effektivsten Soforthilfe erhalten und die 5.000 € eingesetzt werden können.
Mittelfristig werden in Marinha und Palmeirinhas 1.500 Familien ihre Häuser verlassen müssen. Da es mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten 6 (Winter-)Monaten nicht mehr regnen wird, hat es keine große Eile. Gemeinsam mit der Präfektur wird bereits beratschlagt, wohin diese Familien umziehen sollen. Verständlicherweise möchten sie nicht zu weit von ihrem bisherigen Zuhause leben.
Die MitarbeiterInnen von CAMPO und die VertreterInnen der betroffenen Gemeinden danken dem WFD und seinen SpenderInnen sehr für die kurzfristige und unbürokratische Nothilfe!
Cristiano

Hilfe!

Von Weltfriedensdienst e.V., 13. April 2010 16:15

Liebe Freundinnen und Freunde,
von den WFD-Projektgemeinden sind vier betroffen. Am Schlimmsten ist es in Palmeiras, eine Favela, die sehr nahe an der Guanabara-Bucht liegt. Die Nachbargemeinde Marinha, ist ebenfalls schwer betroffen.Serpa und Salgueiro sind nicht direkt von der Flutwelle betroffen, stellen aber das “logistische Hinterland” für die Hilfe für die Opfer dar. Von hier aus wird die Sammlurio-001ng der Hilfsgüter, vor allem Kleidung und Lebensmittel, aber auch Dinge des täglichen Bedarfs wie Windeln, Trinkwasser oder Zahnbürsten organisiert. Schäden wie in den beiden erstgenannten Gemeinden hat es hier nicht gegeben. Samstag habe ich mit Jean, dem Pastor der Baptistengemeinde gesprochen, mit dem wir seit Jahren eng zusammenarbeiten. Er hat in seiner Kirche 460 Familien untergebracht, die dort auch versorgt werden. Fünf Tage und Nächte hat er nicht geschlafen.

In Marinha ist das Wasser am Samstag weitgehend zurückgegangen und die Menschen sind in ihre zerstörten Häuser zurückgekehrt, teils auf LKWs der brasilianischen Marine, teils zu Fuß. Das Wasser stand in den Häusern etwa 1,5 Meter hoch und hat alles zerstört, was an Möbeln, Betten, Hausrat in den Wohnungen war. Die Menschen haben ihre Habseligkeiten vor die Häuser zum Trocknen in die gelegentlich wieder durchscheinende Sonne gestellt. Am dringendsten fehlt es an Schlafunterlagen (wir haben von hier in Rio bereits eingegangenen Spenden dünne Matratzen – Schlafsackqualität – gekauft) und Decken zum Zudecken, da es kühler geworden ist. Wie die Versorgung mit Essen ist, weiß ich im Moment nicht. Die kleinen Lädchen, die es in den beiden Gemeinden gibt, aber auch die beiden großen Supermärkte in Alcantara völlig überflutet waren und alle Lebensmittelvorräte vernichtet wurden. Das Rote Kreuz hat Lebensmittel geliefert, aber es scheint so zu sein, dass nicht alle Betroffenen von dieser Hilfe erreicht werden konnten.
Palmeiras ist die Lage noch kritischer, da dort am Samstag das Wasser noch nicht ganz zurückgegangen ist. Die Entfernung zum “logistischen Hinterland” Salgueira/Serpa ist auch zu groß, um sich dort Hilfsgüter zu holen. Samstag haben wir deshalb einen LKW organisiert, mit dem Kleidung und Lebensmittel nach Palmeiras gebracht wurden. Die Hilfsmittel stammen aus Spenden, die bei CAMPO eingehen.

Nach Auskunft der Präfektur sollten die beiden Gemeinden evakuiert werden, aber das wird dauern, denn erstens wollen die Menschen nicht aus ihren Häuschen weg, zum andern müssen Unterkünfte gebaut werden und das wird dauern. Zumal auf die Präfektur kein Verlass ist.

Wir brauchen weiter dringend eure Hilfe. Die CAMPO-Beraterinnen sind täglich im Katastrophengebiet unterwegs und im engen Kontakt mit den Betroffenen. Die Not ist groß, aber bis jetzt sind relativ wenig Spenden auf dem CAMPO-Konto eingegangen. Davon haben wir Schlafunterlagen und Decken gekauft. In den Häusern fehlt es ja an allem, z.B. wurden alle Kühlschränke zerstört und in den Tropen geht es nicht ohne Kühlschrank. CAMPO ist schon dabei, gebrauchte Kühlschränke einzusammeln, aber das bringt erhebliche Transportprobleme mit sich, weil sie von Rio aus kommen. Eine Gasflasche, um Kochen zu können, kostet € 15.-. Der Bedarf wird eng mit den Betroffenen bzw. den Vertretern der lokalen Gruppen abgestimmt, die sehr genau wissen, was die Menschen brauchen und woran es am Dringendsten fehlt. Es gibt auch Hilfe von der Präfektur, aber in sehr bürokratisierender und unzureichender Form, was bereits zu Konflikten mit den Bewohnern geführt hat.

Herzliche Grüße und vielen Dank für Eure Unterstützung,
Lutz Taufer, Rio de Janeiro

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