Senegal

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Die Geiselbefreiung – ein Brief aus Guinea-Bissau

Von , 5. August 2013 16:51

von TOMAS SERNA SALICHS unserem Kooperant in Guinea-Bissau.

Liebe Freunde und Partner,

Am Freitag, 12. Juli, wurden die neun Minenräumer ohne Gegenleistung in einer öffentlichen Zeremonie freigelassen. Organisiert wurde die Übergabe vom bewaffneten Arm des MFDC unter dem Kommando von César Atout Badiate in einem Cashew-Wald in der Nähe des Grenzdorfes Kassolol, Verwaltungsgebiet Sao Domingos, in Guinea Bissau.

Nach einer zufriedenstellenden medizinischen Untersuchung der neun Geiseln durch Ärzte des Militärhospitals von Bissau wurden sie unserem Team von DDCC / MkM übergeben, begleitet vom senegalesischen Partner Usoforal und guineischen Sicherheitskräften. Die Minenräumer wurden von vier „Ältesten der Casamance“ begleitet, sie trugen T-Shirts mit dem Porträt von Pater Diamacoune Senghor, schwarze Lendenschurze und traditionelle Mützen. Jeder hatte einen Bogen und einen Pfeil.

Die Minenräumer wurden nach Sao Domingos gebracht, wo sie eine Nacht blieben und am Morgen des 13. Juli in Anwesenheit des Botschafters von Senegal und guineischer Militärs durch guineische Staatsvertreter empfangen wurden. Da der Gouverneur der Region Cacheu gerade auf Auslandsdienstreise weilte, hatten die Ministerien für Inneres, Territorialverwaltung und Äußeres den Präfekten des Sektors Sao Domingos, Rui Cardoso, beauftragt, die Regierung von Guinea Bissau zu vertreten, die Minenräumer offiziell zu empfangen und sie an der Grenze bei Mpack offiziell an die senegalesischen Behörden zu übergeben.

Zahlreiche Familienangehörige und Medienvertreter nahmen an der Zeremonie teil. Der Gouverneur der Region Ziguinchor, Cheikh Tidiane Dieng, und Robert Sagna, ehemaliger Minister und Leiter der Expertengruppe für den Frieden in der Casamance, hielten Willkommensansprachen und äußerten im Beisein der Entwicklungspartner, darunter die Minenräumorganisation Mechem, der CICR, die Plateforme des femmes de Casamance, und der senegalesischen Militärvertreter ihre Zufriedenheit. Unsere Gruppe war eingeladen, am Empfang im Gouverneurspalast in Ziguinchor teilzunehmen, wo sich befreiten Minenräumer zu ihrer Lage äußerten. Während dieses Festakts würdigte Staatsminister Robert Sagna die Bedeutung des Beitrags von DDCC / MkM bei der Suche nach einem dauerhaften Frieden für die Casamance. Der Botschafter Senegals in Guinea Bissau, General Abdulaye Dieng, erklärte, die Freilassung der Minenräumer künde vom politischen Willen der Behörden von Guinea Bissau, Senegal bei der Suche nach einem dauerhaften Frieden in der Casamance zu begleiten. In den letzten Wochen hatten wir euch über den Verlauf der Verhandlungen zur Befreiung der 12 Minenräumer informiert. Wie ihr wisst, erfolgte unser Engagement aufgrund eines Ersuchens des Generalstabs der Armee von Guinea Bissau und später des Regierung selbst an das Projekt Mom ku Mom. Die Organisation DDCC, Djemberem di Cumpu Combersa, realisiert das Projekt „Friedliche Lösung der Konflikte der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte in Guinea Bissau und in ihren Kontakten und Beziehungen zur Bevölkerung und der Zivilgesellschaft“ (Projekt Mom ku Mom) seit 2009 in Partnerschaft mit der deutschen Nichtregierungsorganisation Weltfriedensdienst (WFD). DDCC ist eine Organisation, die von Mitgliedern der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte und der guineischen Zivilgesellschaft gegründet wurde und auch Mitglieder der Versöhnungskommission des Verteidigungs- und Sicherheitssektors in ihren Reihen hat. Das Engagement von DDCC und WFD wurde durch unsere Grundsätze und Werte als Peace Workers im Rahmen unabhängiger Organisationen geprägt, die nicht im Auftrag anderer handeln und in der Region als bewährte Facilitators anerkannt sind, um die Bereitschaft der Kämpfer zu erhöhen, an Verhandlungen teilzunehmen.

Unser Beitrag beschränkte sich darauf, Bedingungen für den Dialog zu schaffen und zur Schaffung der wesentlichen Voraussetzungen für die Freilassung der Minenräumer beizutragen, Botschaften zu übermitteln und euch zu informieren. Wir haben auf die Verbreitung der Information geachtet und uns um Transparenz bemüht, und bitten euch um Verständnis, wenn es uns nicht gelungen ist, alle eure Bedürfnisse zu befriedigen. Wir hoffen, wir haben euer Vertrauen und bleiben mit euch „Hand in Hand“ bereit, neue Beiträge zu leisten, um die Dialog- und Verhandlungsbereitschaft zu erhöhen.

Tomas Serna Salichs

Weltfriedensdienst e.V., Peaceful conflict management with security forces in Guinea Bissau,  Project “Mom ku Mom”

Berlinale: Friedensfilmpreis 2016 an Makhdoumin

Von , 20. Februar 2016 03:53

Der 31. Friedensfilmpreis bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin geht an:

Makhdoumin, 2016, 67‘, von Maher Abi Samra
Libanon, Frankreich, Norwegen, Vereinigte Arabische Emirate

Der Film öffnet die Türen zu einer Agentur, die im Libanon weibliche Hausangestellte vom internationalen Markt vermittelt. Ein Film, der zeigt, wie Menschen als Ware gehandelt werden. Er schärft auf subtile Weise den Blick für ein System der Entrechtung, in dem Frauen rund um die Uhr folgsam und unsichtbar ihren Dienst verrichten müssen. Makhdoumin mahnt, ein System in Frage zu stellen, das den einen Vorteile bringt, während es anderen ihre Würde und Freiheit nimmt.

Verleihung des 31. Friedensfilmpreises am 21.2.2016, 17 Uhr im Hackesche Höfe Kino, Berlin

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